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Prämonstratenser Orden

Der Orden der Prämonstratenser (im englischen Sprachraum "Norbertines" genannt) zählt zu den sogenannten Chorherrenorden bzw. zu den regulierten Kanonikern - gemeinsam mit z. B. den Augustiner Chorherren. Innerhalb der Chorherren-Orden bildet der Prämonstratenserorden weltweit mit ca. 1.700 Ordensmitgliedern den personell größten Zweig.

Gründer

Heiliger Norbert von Xanten Stift Wilten Innsbruck

Der heilige Norbert von Xanten ist der Gründer des Ordens der Prämonstratenser-Chorherren.

Norbert wurde in Xanten (Niederrhein) als Sohn eines Edlen von Gennep um 1082 geboren und wurde Subdiakon und Stiftsherr im Sankt Viktorstift zu Xanten. Am Hof des Kölner Erzbischofs Friedrich und des Kaisers Heinrich V. führte Norbert ein sehr "weltliches" Leben.

Erst als er 1115 während eines Ritts nach Vreden vom Pferd stürzte, nachdem ein Blitz in seiner unmittelbaren Nähe einschlug, kam er zum Nachdenken über die Sinnlosigkeit seines bisherigen Lebens. In der Benediktinerabtei Sigburg bei Köln machte er sich auf die Suche nach einem neuen Lebensweg.

Noch im selben Jahr weihte der Kölner Erzbischof Friedrich Norbert zum Diakon und Priester. Doch er suchte nicht die Karriere eines Klerikers, sondern zog in schlichter Kleidung als Wanderprediger durch das Land. 1118 traf er auf seiner Wanderpredigt in Südfrankreich im Kloster Saint-Gilles auf Papst Gelasius II., der sein Vorhaben, den Glauben des Volkes durch Predigten zu stärken, unterstützte. Sein Bemühen um eine Reform des Klosterlebens im Kollegiatstift Saint-Martin in Laon scheiterte.

Norbert gründete 1120 im Tal von Prémontré bei Laon mit seinen Schülern ein neues Kloster nach der strengen Regel des heiligen Augustinus. Daraus entwickelte sich der Reform- und Kolonisationsorden der Pämonstratenser, nach seinem Gründer auch "Norbertiner" genannt. 1121 gründete Norbert in Belgien ein zweites Kloster. 1124 rief ihn der Bischof von Cambrai nach Antwerpen um die Anhänger des Sektierers Tanchelm wieder auf den rechten Weg zu führen. 1126 erhielt Norbert von Papst Honorius II. in Rom die kirchliche Bestätigung seines Ordens.

Noch im selben Jahr wurde er Erzbischof von Magdeburg. Kaiser Lothar II. ernannte Norbert zum Kanzler des Heiligen Römischen Reiches. 1128 übergab er die Leitung des Ordens seinem Schüler Hugo von Fosses. Er starb 1134 in Magdeburg, wo er in der Liebfrauenkirche beigesetzt wurde.

1582 sprach Papst Gregor VIII. Norbert heilig. 1627 übertrug man die Gebeine des Heiligen in das Prager Prämonstratenser-Kloster Strahov.

Am 6. Juni begehen die Prämonstratenser den Festtag ihres Gründers, der oft mit Monstranz und Erzbischofsstab dargestellt wird.

    Regel

    Prämonstratenser Chorherren Stift Wilten, Innsbruck

    Der heilige Norbert wählte für seine Klostergemeinschaft die Regel des heiligen Augustinus.

    Augustinus wurde 354 in Thagaste (heute Algerien) als Sohn des Heiden Patricius und der Christin Monika geboren. Während seines Studiums der Theologie und der Philosophie in Karthago pflegte er einen ausschweifenden Lebenswandel. Schließlich wirkte er als Lehrer der freien Künste in Thagaste, Karthago und Rom und wurde 384 Professor der Rhetorik in Mailand.

    Hier führte ihn Bischof Ambrosius zum christlichen Glauben und spendete ihm 387 das Sakrament der Taufe. Augustinus verzichtete auf alle seine Ämter, kehrte nach Thagaste zurück und ließ sich 391 zum Priester weihen. 395 wurde Augustinus Koadjutor und ein Jahr später Nachfolger des Bischofs Valerius in Hippo Regius. Augustinus lebte mit seinen Priestern in klösterlicher Gemeinschaft und wurde zum geistigen Führer der frühen abendländischen Kirche. 430 starb Augustinus, während der Belagerung der Stadt durch König Geiserich.

    Die Augustinusregel ist schon über 1600 Jahre alt und hat trotzdem nichts an Aktualität verloren. Diese, im Vergleich zu anderen Ordensregeln, kurze Regel müssen wir als Zusammenfassung der geistlichen Vorträge des Bischofs und Theologen Augustinus sehen, die er seinen Mönchen in Cassiacum hält. Die Augustinusregel schöpft ihre Gedanken hauptsächlich aus der Quelle der Heiligen Schrift. Dabei ist die grundlegende Idee das Ideal der ersten Christengemeinde von Jerusalem (vgl. Apg. 4, 31-35), deren zentrale Werte Liebe und Gemeinschaft sind.

    Die Regel des heiligen Augustinus:

      Die Regel des heiligen Augustinus

      Spiritualität

      Communio - Contemplatio - Actio - die drei Säulen prämonstratensischer Spiritualität im Alltag.

      Gemeinschaft (communio)
      Gemeinschaft mit unseren Mitbrüdern im Haus und mit unseren Mitbrüdern in den Pfarreien. Gemeinsam wird gelacht und nachgedacht, werden Probleme und Herausforderungen leichter bewältigt.

      Religiöse Vertiefung (contemplatio)
      Die Verbundenheit mit Gott in der heiligen Messe, im Gebet und in den Texten der Bibel stärkt und öffnet den Blick für die eigenen Aufgaben.

      Dienst am Mitmenschen (actio)
      Menschen in alltäglichen und schwierigen Situationen zu begleiten ist verantwortungsvoller und vielseitiger Lebensinhalt.

        Gebetszeiten

        Im Gebet sind wir miteinander verbunden! Wir beten zu folgenden Zeiten das Stundengebet:

        Laudes:
        Sonntag 7:30 Uhr
        Montag - Freitag 7:00 Uhr
        Samstag 7:30 Uhr Messe mit integrierter Laudes

        Sext:
        Samstag 11:15 Uhr
        Montag - Freitag 12:15 Uhr

        Vesper:
        Montag - Donnerstag und Samstag - Sonntag 18:00 Uhr
        Freitag - 18:00 Uhr Hl. Messe

        Eucharistiefeier:
        Wir versammeln uns täglich zur Eucharistiefeier. So leben und stärken wir unsere Gemeinschaft mit Gott - im Wort und Sakrament - und untereinander.
        So gestärkt, geht ein jeder Mitbruder an seine Arbeit und Aufgaben: im Stift, in den Pfarreien, an der Universität, in der Jugendarbeit, im Religionsunterricht, in der Altenpflege, in der Krankenhaus- oder Behindertenseelsorge.

        Chorgebet:
        Die Mitbrüder des Hauskonventes versammeln sich dreimal am Tag - morgens, mittags und abends - zum Chorgebet. Das Stundengebet wird in unserem Haus immer gesungen und zwar im gregorianischen Choral in deutscher Sprache nach dem Antiphonale Praemonstratense. Das Chorgebet beginnt mit der Eröffnung, darauf folgen der Hymnus, drei Psalmen, die Lesung, Stille, morgens das Benediktus und abends das Magnifikat, das Vater unser, die Fürbitten, das Schlussgebet und der Segen. Das Gebet für unsere verstorbenen Mitbrüder, Verwandte, Freunde und Wohltäter ist stets eingeschlossen.

        Weiters kommen alle Mitbrüder zur monatlichen Namenstagsfeier, sowie zum Benediktionstag des Abtes zusammen.

        Besondere Feste und Feiern über das Jahr:

        • Vesper mit Professerneuerung am Heiligen Abend
        • Stationsgottesdienst der Stiftspfarren in der Fastenzeit
        • gesungene Trauermette am Karfreitag und Karsamstag
        • feierliche Ostertaufvesper im Prämonstratenserritus an den Sonntagen der Osterzeit
        • feierliche Fronleichnamsvesper
        • Hochfest des heiligen Norbert am nächstliegenden Sonntag
        • Patrozinium Sankt Bartlmä am 24. August
        • Hochfest des heiligen Augustinus am nächstliegenden Sonntag
        • Rosenkranzsonntag
        • Allerheiligen
        • Allerseelen
        • Christkönigssonntag

        Die nächsten Termine

        20. Sonntag im Jahreskreis - Vesper in der Stiftskirche
        Der Konvent feiert mit den Gläubigen eine gemeinsame Vesper in der Stiftskirche. Gespielt werden Orgelwerke von Johann Jacob Froberger (1616-1667) Capriccio FbWV 508 Libro Quarto Wien 1656.
        Datum: Sonntag, 20. August 2017
        Beginn: 18:00 Uhr
        Ort: Stiftskirche Wilten, Innsbruck

        20. Sonntag im Jahreskreis - Konventmesse in der Stiftskirche
        Die Konventmesse wird musikalisch mit Orgelwerke von Dietrich Buxtehude (1637-1707) Praeludium in F BuxWV 144 gestaltet. Wir laden Sie recht herzlich zur Feier der Heiligen Messe in die Stiftskirche ein.
        Datum: Sonntag, 20. August 2017
        Beginn: 19:00 Uhr
        Ort: Stiftskirche Wilten, Innsbruck

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