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Datum: Montag, 17. Oktober 2016
Ort: Stiftskirche Wilten

Kirchen: Räume des Gebetes und der Stille

Predigt von Abt Raimund Schreier am Kirchweihsonntag 2016 in der Stiftskirche Wilten.

Abt Raimund Schreier - Kirchweihsonntag 2016

„Die Kirche ist wie der Brunnen im Dorf, an dem alle ihren Durst stillen.“ Ein schönes Bild vom hl. Papst Johannes XXIII., dessen Gedenktag wir jetzt am 11. Oktober gefeiert haben. „Die Kirche ist wie der Brunnen im Dorf, an dem alle ihren Durst stillen.“

Kirchen, Sakralräume helfen uns, die Tiefe der Seele zu erkunden, Gott zu suchen, zu beten, vom Plappern ins Schweigen zu kommen, den Durst unserer Seele zu stillen.

Natürlich gibt es dafür auch andere Orte wie die Stille des Gartens, das Ufer des dahinströmenden Flusses, die Ruhe des Bergesgipfels, die unendliche Weite des Meeres, den Sonnenaufgang; Musik, die hineinführt in das Geheimnis Gottes. Es gibt viele Orte des Betens und Schweigens. Aber der wichtigste Ort ist eben ein Sakralraum, eine Kapelle, das weihevolle Dunkel einer Kirche.

Wie ich als Schüler von Völs nach Innsbruck ins Akademische Gymnasium gefahren bin, war meine erste Station in Innsbruck fast immer die Jesuitenkirche, wo ich natürlich vor Prüfungen und Schularbeiten gebetet habe, wo ich aber auch einfach die Stille, das Hineinhören in die Stimme Gottes erfahren durfte kurz vor dem großen Lärm in der Schule.

Ein Banker hat mir einmal erzählt, dass er jeden Mittag eine viertel Stunde lang sich in eine Kirche setzt, um dort in der Stille zu sich selber zu kommen und allen Frust, Stress und alle Belastungen ein wenig abzuladen.

Kirchen sind Räume des Gebetes und der Stille.

Vielleicht könnten wir öfters wieder außerhalb der Gottesdienstzeiten eine Kirche aufsuchen, vorausgesetzt es herrscht dort Stille; vorausgesetzt es schreien dort in diesem heiligen Raum keine Touristen herum oder gar eigene Leute, die oft die Kirche mit einem Marktplatz oder einem Gasthaus verwechseln.

„Das Gebet ist der Herzschlag des religiösen Lebens“, sagt der indische Jesuitenpater Sebastian Painadath. Wer betet, der bringt natürlich all seine Sorgen, Lasten und Handicaps mit. Und das alles dürfen wir Gott anvertrauen. Aber die Voraussetzung für ein Gebet ist die Stille, damit ich mich ganz auf Gott konzentrieren kann.

Wenn wir uns allerdings immer tiefer und innerlicher auf das Gebet einlassen, werden wir immer weniger und weniger sagen; zuletzt werden wir ganz still. Wir werden Hörende. Natürlich haben wir Gott viel zu sagen. Aber zugleich ahnen wir, dass nicht wir Gott zu beraten haben, dass wir vielmehr auf sein Wort achten müssen. Und so kommt mir manchmal das Vaterunser eher wie ein Zugeständnis von Jesus vor, im Sinne von: „Wenn ihr schon losplappern müsst, dann bitte kurz und bündig!“

Beginnen wir still zu werden und erst dann zu beten: ein Vaterunser, einen Psalm, den Engel des Herrn, die Pfingstsequenz. Aber enden wir immer in der Stille, damit wir hören. Das erfordert viel Andacht und Innerlichkeit. Wir Prämonstratenser beginnen unser tägliches Chorgebet immer in Stille bei der sogenannten Statio.

Liebe Andächtige! Kirchen sind also Räume, in denen wir innerlich, andächtig werden, in denen wir die Stille finden, um so beten zu können und in Stille auf Gott zu hören.

Achten wir auf die Stille in unseren Gotteshäusern! Bleiben wir still vor und nach dem Gottesdienst! Die Begegnung untereinander geschieht dann vor der Kirche, auf dem Kirchplatz. Wir brauchen dringend Orte der Stille!

Die Erfahrung der Stille
(aus: Kurzgeschichten 2 von Willi Hoffsümmer, Nr. 48)

Zu einem einsamen Mönch kamen eines Tages Menschen.
Sie fragten ihn: „Was für einen Sinn siehst du in deinem Leben der Stille?“
Der Mönch war eben beschäftigt mit dem Schöpfen von Wasser aus einer tiefen Zisterne. Er sprach zu seinen Besuchern: „Schaut in die Zisterne! Was seht ihr?“
Die Leute blickten in die tiefe Zisterne.
„Wir sehen nichts.“
Nach einer kurzen Weile forderte der Einsiedler die Leute wieder auf:
„Schaut in die Zisterne. Was seht ihr?“
Die Leute blickten wieder hinunter. „Ja, jetzt sehen wir uns selber!“
Der Mönch sprach:
„Schaut, als ich vorhin Wasser schöpfte, war das Wasser unruhig. Jetzt ist das Wasser ruhig.
Das ist die Erfahrung der Stille: Man sieht sich selber!“

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Die vorösterliche Zeit - eine Zeit der Versöhnung - eine Zeit der Heilung
Versöhnung mit mir selbst, Versöhnung mit dem was ich an mir nicht mag, Versöhnung mit meinem Leib und mit meiner Geschichte, kann gelingen, wenn wir uns mit uns selbst befreunden.
Datum: Donnerstag, 30. März 2017
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Das Kreuz von Lampedusa besucht die - Pfarren im Dekanat
Das Kreuz von Lampedusa ist aus dem Treibholz gekenterter Boote geschaffen, die an die Küste von Lampedusa angetrieben wurden. Dieses Kreuz wird ab dem Aschermittwoch in die Pfarren unseres Dekanats gebracht werde und für eine Woche dort Halt machen. Wir alle sind eingeladen in diesen Tagen das Kreuz zu besuchen und, wie es Papst Franziskus ausdrückt, der „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ entgegenzuwirken
Datum: Donnerstag, 30. März 2017
Beginn: 10:00 Uhr
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