Datum: Montag, 26. Februar 2018
Ort: Innsbruck

Ave spes mea, Jesus et Virgo Maria!
 
Heimgerufen in Gottes Frieden wurde

Sr. Maria Annuntiata vom Kreuz OCD

09. 05. 1929 – 13. 10. 1959 – 25. 02. 2018
 

Sr. M. Annuntiata vom KreuzElfriede LACKNER wurde am 9. Mai 1929 in Graz geboren. Ihr Vater, Franz Lackner, war Revisor bei der „Styria“ und Berufsschullehrer für Deutsch. Bei ihrer Mutter Auguste brach 1934 die ererbte Zuckerkrankheit aus, was fortan das Familienleben prägte. Darum blieb Elfi Einzelkind, wuchs auch einsam auf und war selbst krankheitsanfällig, weil von ihrer Mutter sehr ängstlich betreut. Mit 9 Jahren bekam sie Klavier-Unterricht. Der Erfolg in der Mittelschule war gut, sie erreichte besonders auf dem sprachlichen Sektor gute Leistungen, mit denen sie sich die sehr nötige Schulgeld-Befreiung erarbeiten konnte. Um finanziell mitzuhelfen, erteilte Elfi schon mit 12 Jahren Nachhilfe-Unterricht.

Der Aschermittwoch 1945, an dem das Haus, in dem sie gewohnt hatten, durch Bomben zerstört, sie selbst aber wie durch ein Wunder gerettet worden waren, brachte das Ende ihrer Kindheit und prägte sie für ihr Leben. Nach der Nazi-Zeit wurde inder Schule wieder Religion unterrichtet und damit tat sich für das Mädchen, deren Eltern nicht „religiös“ waren, eine neue Weltauf, was schon 1946 zu einer ersten Lebensübergabe der Siebzehnjährigen am Gnadenaltar in Mariazell führte. Nach der mit Auszeichnung bestandenen Matura begann sie Englisch und Latein zu studieren und fand in der Kath. Hochschuljugend einegeistliche Heimat. Daneben nahm sie heimlich Orgelstunden. Noch während des Studiums unterrichtete sie schon Englisch und Religion an Pflichtschulen. Das Erleben feierlicher Liturgie im Stift Seckau löste Sehnsucht und Hoffnung aus und führte –gegen den Willen der Eltern - schließlich zu einer Bitte um Aufnahme in die Benediktinerinnenabtei Bertholdstein. Mit der Antwort „Das Fräulein ist uns viel zu schwach“ brach für Elfriede eine Traumwelt zusammen. Auf die Frage: ‚Was nun und wohin?‘ erhielt sie eines Tages vom Hochschulseelsorger die klar formulierte Antwort: ‚Gehen Sie in den Karmel.‘ Nur langsam rang sich die Doktorandin dazu durch, in dieser Antwort Gottes Ruf für möglich zu halten. Exerzitien brachten ihr Ermutigung und am 11. Juli 1953 trat sie in den Karmel von Mayerling ein.
Bei der Einkleidung am 13. Jänner 1954 erhielt sie den Namen Sr. Maria Annuntiata vom Kreuz und legte am 16. Juli 1955 ihre erste Profess ab. Doch kurz vor der Feierlichen Profess wurde sie entlassen, so wie auch schon einige Mitnovizinnen vor ihr – eine Entscheidung, die in ihren Augen ungerecht war. In dieser Ansicht unterstützt durch den Abt des Stiftes Heiligenkreuz, durfte sie am gleichen Tag, dem 15. Juli 1958, zu einem Neubeginn in den Karmel St. Josef in Wien-Baumgarten wechseln. In Freude und tiefer Dankbarkeit legte sie am 13. Oktober 1959 nochmals einfache Profess ab, der schon ein Jahr darauf, am 13. Oktober 1960, die Feierliche Profess folgte. Doch Wien sollte nicht ihre letzte Station bleiben. Es gab in jenen Jahren so viele Berufungen, dass der Provinzial riet, Schwestern aus dem Wiener Karmel anderen Klöstern zu Hilfe zu schicken. Sr. M. Annuntiata erklärte sich dazu bereit und wechselte am 4. Juli 1974 in den Innsbrucker Karmel.
Es folgten erfüllte Jahre im Dienst unserer Gemeinschaft. Viele Jahre arbeitete sie in der Hostienbäckerei, doch der Schwerpunkt ihrer Fähigkeiten lag auf intellektuellem und pädagogischem Gebiet. So wurde ihr von 1975 – 1986 das Noviziat anvertraut, die folgenden drei Jahre leitete sie als Priorin unsere Gemeinschaft und weiterhin war sie viele Jahre als Subpriorin und Rätin in der Leitung mitverantwortlich. Auch in den Rat der 1997 entstandenen Föderation der österreichischen Karmelitinnenklöster wurde sie gewählt. Ihr besonderes Interesse an Geschichte und ihre schriftstellerische Begabung setzte sie ein im Verfassen von Schriften und Büchern zur Geschichte unseres Klosters und unserer Mutter Gründerin, zu deren weitverzweigten Verwandtschaft sie den Kontakt lebendig erhielt. Sr. M.Annuntiata war eine Persönlichkeit von starker Willenskraft und – manchmal zu – energischem Durchsetzungsvermögen. Diese Eigenschaften waren, gepaart mit Beredsamkeit und unermüdlichem Arbeitseifer, eine gute Voraussetzung für die herausfordernde Aufgabe, die die Planung und der Neubau unseres Klosters mit sich brachten. So wurde sie, damals schon fast siebzig Jahre alt, beauftragt, die Baubetreuung im Namen des Klosters durchzuführen und zusammen mit einem dazu erstellten Kuratorium, die Verhandlungen hauptverantwortlich zu begleiten. Diese überaus anstrengenden Jahre, die mit der Übersiedlung und der Einweihung des neuen Klosters im Jahre 2003 endeten, waren nicht spurlos an ihr vorübergegangen.- Gerne betreute sie noch das neu gepflanzte Beerenobst, kümmerte sich um Archiv und Bibliothek und auch die seit vielen Jahren durchgeführte Hilfsaktion für Rumänien blieb ihr ein Herzensanliegen. Höhepunkte waren 2009 die Feier der Goldenen Profess, die mit dem 200. Geburtstag unserer Mutter Gründerin zusammenfiel, sowie das 2012 von ihr initiierte und organisierte Edith-Stein-Jubiläumsjahr, in dessen Folge die österreichische Edith-Stein-Gesellschaft entstanden ist. Ein besonderes Anliegen war ihr immer eine möglichst schön gestaltete Liturgie gewesen. So versah sie mit ganzem Einsatz und Hingabe den Dienst an der Orgel noch bis vor drei Monaten, als ein weiterer Sturz nach einer Reihe von folgenschweren Stürzen in den vergangenen Jahren dazu führte, dass sie endgültig ihre Kräfte verlor. Am frühen Morgen des 25. Februar durfte sie ihr Leben ihrem Schöpfer und Erlöser zurückgeben. - Wir bitten um Ihr Gebetsgedenken.
 
R. i. P.
 
Das Requiem für unsere liebe verstorbene Mitschwester feiern wir in unserer Klosterkirche am
Mittwoch, den 28. 2. 2018, um 15 Uhr
Zuvor, um 14.30, beten wir den Rosenkranz.
Anschließend folgt die Beisetzung in unserer Gruft.
Priorin und Konvent des Karmel St. Josef und St. Teresa zu Innsbruck
 
Die Parte von Sr. M. Annuntiata vom Kreuz
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Tirol, Österreich
Telefon: +43 512 583048

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