Datum: Sonntag, 29. April 2018

5. Sonntag der Osterzeit LJ B (29. April 2018)

Evangelium des Johannes 15, 1 – 8

1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer.  

2 Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.  

3 Ihr seid schon rein kraft des Wortes (logon), das ich zu Euch gesprochen habe.

4 Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.  

5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.  

6 Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen.  

7 Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte (remata = Lehre, Werke) in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.  

8 Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine JüngerInnen werdet.

 

  

 

 

Gedanken zum Sonntag, Innsbruck

 

 
 
Liebe Weggefährtinnen und Weggefährten,
 

Die Forschungen der Quantenphysik zeigen, wie Hans-Peter Dürr es ins Wort brachte, dass „das innerste Wesen alles Lebendigen verbunden-sein“ ist. Ähnliches zeigt sich in der Aufstellungsarbeit von Systemen wie Familie und anderer Sozialformen: Ein System gerät aus der Ballance wenn die inneren Verbindungsabläufe zerbrochen oder gestört sind. Lebendig sein bedeutet verbunden sein. Das Evangelium des Johannes spricht mit dem Bildwort vom Weinstock und den Reben vom lebendig-sein. Nur im verbunden-sein mit Christus bringen seine JüngerInnen Frucht.Die Logik des Johannes-Evangeliums ist einfach: Wo Menschen sich dem Christus anschließen entsteht in ihnen – ohne moralisches Hochleistungsprogramm - die Fähigkeit Frucht zu bringen zum Segen für andere.

Mögen wir in Treue verbunden bleiben mit Christus.

Das wünschen sich Albert und Petra.

 

 

Einfach weiterdenken...

Der Evangelist „Johannes“ gleicht dem „Schreiber einer Ikone“. In mehreren Schichten wird auf Holz gemalt. Am Ende sind nicht mehr alle Ebenen sichtbar. Die LeserInnen und HörerInnen des Evangeliums sind eingeladen hinter das Vordergründige zu schauen und zu lauschen. Eine besondere Note des Johannesevangeliums sind die „Ich-bin-Worte“, mit denen das innerste Wesen von Jesus, dem Christus, aufleuchten soll.

In diesem Abschnitt begegnen wir zwei „Ich-bin-Worten“ in den Versen 1 und 5.

Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer ...  Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.

In beiden Ansagen geht es um Beziehung und verbunden-sein. Einerseits mit dem himmlischen Vater, anderseits mit den JüngerInnen. Das innerste Wesen Jesu ist verbunden-sein. ER wirkt mit dem himmlischen Vater und mit den JüngerInnen (uns). Jesus ist der Christus nicht aus sich selber heraus und nicht ohne uns Menschen. Das bedeutet umgekehrt für uns: Wir sind befähigt Christus zu verleiblichen und präsent werden zu lassen.

Ermutigungen und Einladungen an uns in den Versen 3, 4 und 7:

Ihr seid schon rein kraft des Wortes (logon), das ich zu Euch gesprochen habe...Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch... Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte (remata = Lehre, Werke) in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.

Eine große Not vieler ist die Unsicherheit „Bin ich gut genug?“ Diese Not kann sich wie ein dunkler Fluss durch unser Leben ziehen, immer auf der Suche besser zu werden und anderen zu gefallen. 

Vielleicht würde Jesus heute sagen „Du bist gut genug!“ kraft meiner Verbundenheit mit dir. „Mit mir verbunden bleiben kannst du, indem du dich immer wieder erinnerst, dass du gut genug bist als Geschöpf Gottes.“ Verbunden bleiben können wir auch durch die „Lehre und die Werke Jesu“, die wir uns im Meditieren der Heiligen Schrift und im Eingebunden-sein in die Jüngerschaft vergegenwärtigen.

Wo sind für mich innere und äußere Räume, in denen ich mein Christus-verbunden-sein erleben und vertiefen kann?

Im Blick auf die Welt:

Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine JüngerInnen werdet.

Manche sorgen sich um die geistige Präsenz des Christentums in unserer Gesellschaft. Die einen resignieren, andere verteufeln die Welt, manche gehen in die Tiefe und finden Kraft wie Sauerteig im Mehl in der Gesellschaft Zeugnis zu geben. Meist unaufdringlich im einfachen da-sein. Alle pastoral—strategischen Maßnahmen leben von Menschen, die von sich sagen können „Wir können unmöglich schweigen von dem, was wir erfahren haben durch unser verbunden-sein mit Christus.“ 

Von welcher Christus-Erfahrung kann ich nicht schweigen?

 

im netzwerk der liebe

verbunden

genährt und gepflegt

darf ich wachsen und werden

im scheitern gehalten

gereinigt und geliebt

im netzwerk der liebe

dem innersten wesen

GOTT genannt

verbunden auf ewig

 

 

 

 

 

 

 

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