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Kirchenführer

Abt Heinrich Schuler (1922 - 1949) war seinerzeit ein unermüdlicher Forscher, besonders was Alter und Geschichte der Stiftskirche anbelangt. Er stellte fest, dass es sich bei der ersten Kirche in Wilten wohl nur um einen kleinen Holzbau gehandelt hat, umgeben von schlichten Hütten - den ersten Klostergebäuden.

Urkundlich erwähnt werden Kirche und Kloster im Jahre 1138, bei der Einsetzung durch den Brixener Bischof Reginbert. (Die Stiftskirchenpatrone Laurentius und Stephanus - siehe Stiftswappen - deuten auf römische Erstbesiedelung.) Stiftswappen - Prämonstraenser Chorherren Stift Wilten, Innsbruck
Ein gotisches Tafelgemälde des ehemaligen Ursulaaltars zeigt eine spätmittelalterliche Ansicht von Kirche und Kloster. Die dreischiffige Pfeilerbasilika mit erhöhtem Mittelschiff dürfte bereits in romanischer Zeit dieselben Ausmaße gehabt haben. Im Osten schloss ein erhöhter Chor in drei Apsiden, darunter befand sich eine Krypta, Begräbnisort der Äbte und adeliger Stifter. Unter dem als Seligen verehrten Abt Wernher wurde die Kirche bereits um 1300 im frühgotischen Stil wiedererrichtet. Stiftskirche Wilten - Prämonstratenser Chorherren Stift Wilten, Innsbruck
Unter Abt Dominikus Löhr (1651 - 1687) kam es zur Grundsteinlegung des barocken Kirchenbaues. Unter seinem Vorgängerabt Andreas Mayr stürzte der Turm unter dem fadenscheinigen Vorwand, nach den Gebeinen des legendären Riesen Haymon suchen zu wollen, auf die noch gotische Stiftskirche und zerstörte diese vollends. Stiftskirche Wilten - Prämonstratenser Chorherren Stift Wilten, Innsbruck
Die eigentliche Weihe der Kirche und des Hochaltars vollzog am 18. Oktober 1665 der Brixener Fürstbischof Sigmund Alfons Graf Thun. Kaiser Leopold I. war höchstpersönlich zugegen. Der Nordturm wurde 1667 vollendet, der Südturm jedoch nur bis zur halben Kirchdachhöhe aufgeführt, da der Hofbaumeister Christoph Gumpp 1672 gestorben war. Später vorgenommene Änderungen und Ergänzungen (Kanzel, Speisgitter, Tabernakel am Kreuzaltar usw.) sowie der Wiederaufbau nach den Bombardements von 1943 und 1944 können den Eindruck einer geschlossenen frühbarocken Anlage nicht verwischen. Stiftskirche Wilten - Prämonstratenser Chorherren Stift Wilten, Innsbruck
Durch das Portal gelangen wir zunächst in die Vorhalle der Kirche. Hier fällt sofort die über fünf Meter hohe Kolossalstatue des Riesen Haymon aus der Zeit um 1470 auf, die sich einst liegend in der alten Turmkapelle an der Nordseite des Chores befand. Das prächtige schmiedeeiserne Vorhallengitter des Wiltener Schlossermeisters Adam Neyer (1707) ist neben dem "Rosengitter" in der Stamser Stiftskirche eine der qualitätvollsten Arbeiten barocker Schmiedeeisenkunst in Tirol. Stiftskirche Wilten - Prämonstratenser Chorherren Stift Wilten, Innsbruck
Hier fällt sofort die über fünf Meter hohe Kolossalstatue des Riesen Haymon aus der Zeit um 1470 auf, die sich einst liegend in der alten Turmkapelle an der Nordseite des Chores befand. Das prächtige schmiedeeiserne Vorhallengitter des Wiltener Schlossermeisters Adam Neyer (1707) ist neben dem "Rosengitter" in der Stamser Stiftskirche eine der qualitätvollsten Arbeiten barocker Schmiedeeisenkunst in Tirol. Riese Haymon - Prämonstratenser Chorherren Stift Wilten, Innsbruck
Das Vorhallengitter geleitet den Besucher in den ob seiner einheitlich-strengen Komposition beeindruckenden Innenraum der Kirche.
(Bild vor der Restaurierung)
Stiftskirche Wilten vor der Restaurierung - Prämonstratenser Chorherren Stift Wilten, Innsbruck
Bei der Wiltener Stiftskirche handelt es sich um einen einschiffigen, langgestreckten, rechteckigen Raum, ganz dem Typus der süddeutschen Wandpfeilerkirchen des 17. Jh. entsprechend.
(Bild nach der Restaurierung)
Stiftskirche Wilten - Prämonstratenser Chorherren Stift Wilten, Innsbruck
Gurtbögen und Stichkappen gliedern das Gewölbe. Die Fresken (Kaspar Waldmann) und Stukkaturen entstanden zwischen 1702 und 1707. Akanthuslaub, Fruchtgirlanden, Adler und Engelsgestalten bilden eine unübersehbare und doch noch sehr streng gegliederte Fülle an Ornamenten. Der oberitalienische Meister Bernardo Pasquale zeichnet mit 31 Gehilfen für diese hervorragenden Arbeiten des "späten Frühbarock" verantwortlich. Stiftskirche Wilten - Prämonstratenser Chorherren Stift Wilten, Innsbruck
Neben dem Hochaltar, den Langhaus- und Seitenkapellenfresken und der Kanzel ist der Kreuzaltar von besonderer Bedeutung. Er stand, nach alter Prämonstratensertradition, in der Mitte des Langhauses, unterhalb des Chorbogens. Das spätgotische Kruzifix mit echtem Haar (um 1510) war beim Einsturz der Kirche im Jahre 1644 unversehrt geblieben, weshalb es im Volk große Verehrung genoss. Das Altarblatt hinter dem Kreuz zeigt den Berg Golgotha und die Stadt Jerusalem. Das Stifterwappen am Gebälk ist ein Allianzwappen der Grafen Ferrari-Occhieppo und der Fenner von Fennberg. Stiftskirche Wilten - Prämonstratenser Chorherren Stift Wilten, Innsbruck
Nach der Generalsanierung der Stiftskirche (2005 - 2008) erscheint die Kirche nun in neuem Glanz. Besuchen Sie uns - Sie sind uns als Gottesdienstbesucher oder im Rahmen einer Führung herzlich willkommen.
Führungen
Stiftskirche Wilten - Prämonstratenser Chorherren Stift Wilten, Innsbruck

Die nächsten Termine

20. Sonntag im Jahreskreis - Vesper in der Stiftskirche
Der Konvent feiert mit den Gläubigen eine gemeinsame Vesper in der Stiftskirche. Gespielt werden Orgelwerke von Johann Jacob Froberger (1616-1667) Capriccio FbWV 508 Libro Quarto Wien 1656.
Datum: Sonntag, 20. August 2017
Beginn: 18:00 Uhr
Ort: Stiftskirche Wilten, Innsbruck

20. Sonntag im Jahreskreis - Konventmesse in der Stiftskirche
Die Konventmesse wird musikalisch mit Orgelwerke von Dietrich Buxtehude (1637-1707) Praeludium in F BuxWV 144 gestaltet. Wir laden Sie recht herzlich zur Feier der Heiligen Messe in die Stiftskirche ein.
Datum: Sonntag, 20. August 2017
Beginn: 19:00 Uhr
Ort: Stiftskirche Wilten, Innsbruck

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