Datum: Sonntag, 22. Juli 2018

16. Sonntag im Jkr. B (22. Juli 2018)

Evangelium des Markus 6, 30 – 34

30 Die Apostel versammelten sich wieder bei Jesus und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten.  

31 Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein und unter uns sind. Und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen.  

32 Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend (eremos= einsam, leer, verlassen topos), um allein zu sein.  

33 Aber man sah sie abfahren und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an.  

34 Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen und war innerlich aufgewühlt; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.  

 

 


Liebe WeggefährtInnen im Glauben!
Lechau.

Ruhig fließt das Wasser. Klar bis auf den Grund.
Manche Wasserpflanzen lassen Unsichtbares ahnen.
Lebensraum für Wassertiere: Zum Rückzug, zum Laichen, zum Schutz des Nachwuchses.

Die Natur zeigt uns die Bedeutung von Rückzugsplätzen.
Sie sind notwendig für Tiere und Pflanzen.

Rückzugsplätze brauchen auch wir.
Jesus möchte mit den Aposteln nach der Arbeit an einen einsamen, unbesetzten Ort gehen.
Er wünscht sich mit ihnen allein zu sein.

Es braucht auch innere Rückzugsräume: Vielleicht nur die Augen zufallen lassen. Das Smartphone
zu Seite legen. Auf einer Waldbank sitzen und das Zwitschern der Vögel beachten.

Mögen wir uns Rückzugsplätze schaffen, die uns aufleben lassen!

Das wünschen sich und Euch Albert und Petra Maria.

Einfach weiterdenken...

Ich achte auf die Charakterisierung der verschiedenen Personen/Gruppen:

-      Apostel:kommen zu Jesus; erzählen, was sie getan und gelehrt hatten; fahren im Boot mit Jesus an einen einsamen Platz

-      Jesus:will mit den Aposteln allein sein und einen einsamen Ort aufsuchen; will Zeit haben zum Essen; ist innerlich aufgewühlt wegen der vielen Leute, die keinen Hirten hatten; er lehrt sie lange

-       Leute: kamen und gingen; liefen zu Fuß den Aposteln und Jesus voraus; waren wie Schafe ohne Hirten; wollen von Jesus lernen

Welche Einstellungen kenne ich von mir? Mit wem – Apostel, Jesus, Leute - möchte ich unterwegs sein? Was zieht mich zu ihnen hin?

Kommt mit an einen einsamen Ort...

Israelreisenden wird am Ufer des Sees von Tiberias in der Nähe von Kafarnaum eine kleine Höhle gezeigt. Manche denken, das sei der „einsame Ort“ gewesen, den Jesus allein und mit seinen Jüngern ausgesucht hatte. Möglich und gleichzeitig nicht notwendig. Das Geschehen ist wichtiger als der Ort. 

In vielen religiösen Traditionen wird von „einsamen Orten“ erzählt, wo Menschen „maßgebliche innere Erfahrungen machen konnten“: Buddha, Gandhi, Jesus, Paulus, der Prophet Elija; geistliche Väter und Mütter in der Wüste; Franz von Assisi; Bruder Klaus in der Ranft; Jugendliche in Tagen des Schweigens in Taize´.

Dennoch: Nicht nur äußere einsame Orte sind von Bedeutung. Es gibt die „innere Einsamkeit“: Sich fremd fühlen trotz vieler Leute; leer sein ohne Perspektive; voller Fragen ohne Antworten; auf der Suche nach?

Teresa von Avila beschreibt die Seele als „die innere Burg mit vielen Wohnungen“, die es zu durchleben gilt: Ein langer Weg der Reifung.

Immer wieder haben sich WissenschaftlerInnen gefragt, was im Innersten des Jerusalemer Tempels gewesen ist. War es die Bundeslade? Die Menora? Oder vielleicht war es ganz leer? Die „Herrlichkeit Gottes“ füllt jede Leere aus.

Den Weg in den „einsamen inneren Ort“ gehen manche in der Kontemplation. In der Einsamkeit, im einfachen Dasein hören sie mit dem Herzen, was Gott in ihnen spricht.

Kenne ich die Gefahren und Chancen der Einsamkeit?

Wie suche ich für mich „leere/unbesetzte Orte“ auf? Wo habe ich sie gefunden?

 

unberührt und unbesetzt

wohnt in mir

ich ahne es

in der tiefe gut verborgen

abgeschottet und geschützt

frei von angst und allen sorgen

ein ganz wunderbarer ort

ohne wenn und aber

darf ich sein

ganz ohne zwang

in dem schönsten ort auf erden

tief in mir da wartet mir

immer schon das unbekannte land

petra unterberger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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