Wer von Ihnen hat kein Smartphone? Ich frage Sie jetzt nicht. Denn ich vermute, dass diejenigen, die keines haben, sich unter Umständen altmodisch vorkommen, was aber keineswegs der Fall wäre. Aber Sie kennen es alle, das berühmte Smartphone. Das Wort Smartphone kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „schlaues Telefon“. Es ist ein Mobiltelefon, umgangssprachlich Handy genannt. Die Vorarlberger Volksetymologie erklärt Handy: hent di ka Schnur!

Und dieses Smartphone ist unwahrscheinlich faszinierend. Es hat unglaublich viele Funktionen. Über diesen berührungsempfindlichen Bildschirm bekommen wir sehr viele Informationen: über E-Mails, WhatsApps, Broadcasts, Push-Nachrichten. Wir können telefonieren, wir finden dort eine Landkarte, wir können uns orientieren durch ein Navi, einen Kompass, wir können damit rechnen, es gibt Wörterbücher für verschiedene Sprachen, wir können in der Bibel lesen, es gibt dort Adressen, ich kann ein Flug- oder Zugticket bestellen, ich kann damit fotografieren oder ein Video machen, ich bekomme eine Wetterprognose, es gibt eine Taschenlampe, ich kann ein Buch oder in Afrika einen Leguan bestellen, die Höhe der Berge erfahren, ich kann mir meine Termine eintragen, usf. Unglaublich faszinierend.

Ich habe sozusagen eine riesengroße Bibliothek ständig bei mir. Das erinnert mich an das römische Sprichwort, das durch Cicero überliefert wurde: Sapiens omnia secum portat – der Weise trägt alles mit sich; er trägt mit sich seine Fähigkeiten, seine Talente, sein Wissen, seinen Körper. Heute würde dieses römische Sprichwort wahrscheinlich lauten: Sapiens teléphonum manuale secum portat – der Weise trägt das Handy mit sich. Jedenfalls ist dieses Smartphone etwas ganz Faszinierendes.  

Und wir beschäftigen uns damit; es hat unser Leben verändert. Manchmal auch zum Negativen hin: Viele Menschen reden nicht mehr miteinander, sondern beschäftigen sich nur noch mit dem Smartphone – im Cafe, im Zug. Sie sitzen einander gegenüber und schauen nur auf den Bildschirm ihres Smartphones. Es hat unser Leben massiv verändert. 

Stellen Sie sich vor: Sie verlieren Ihr Smartphone! Was verlieren Sie damit alles? Ihre Termine, Telefonnummern, Notizen, usw.

Schwestern und Brüder!

Wie steht es um die Faszination unseres Glaubens? Oft höre ich: Ich gehe ja ohnehin zu Ostern und zu Weihnachten zur heiligen Messe, ich zahle Kirchenbeitrag. Was soll ich denn sonst noch tun? Ich denke mir: Wo bleibt da die Faszination für die Botschaft des Evangeliums? Die Faszination für die Person Jesu Christi, der uns den Weg zeigt zu einem geglückten Leben? Der uns hilft zu lieben, uns einzusetzen für andere, solidarisch, leidensfähig zu werden. 

Ostern lädt uns ein, uns wieder mehr mit Christus zu beschäftigen: mit seinem Wort, mit den Evangelien, mit seiner Botschaft, deren Kerngebot die gegenseitige Liebe ist, die Goldene Regel: „Alles, was du von anderen erwartest, das tu auch ihnen“. Ostern lädt uns ein, mit ihm öfters zu sprechen, zu beten. Geben wir ihm mehr Zeit und Raum! Dann könnte er in unser Herz eintreten und es verändern zum Guten. Die Beschäftigung mit Jesus macht nicht süchtig – wie manchmal ein Smartphone. Sie macht frei. Menschen, die Jesus im Herzen haben, sind froh und dankbar. Sie haben keine Angst vor dem Tod. Solche Menschen können besser durch eine Krise gehen, wenn jemand stirbt, wenn sie einen Freund verlieren oder den Arbeitsplatz. 

Ostern mit all seinen festlichen Ritualen bis hin zum Brauchtum, das oft an das neue Leben erinnert, möge uns helfen, dass wir von Jesus und seiner Botschaft uns wieder neu faszinieren und dann verwandeln lassen. Je mehr Menschen vom auferstandenen Jesus von Nazareth fasziniert sind, umso größer ist die Chance für einen österlichen Frieden in unserer Welt. 

Mit dem Ruf „Der Messias ist gekommen!“ stürmte ein Schüler ins jüdische Bethaus. Der Rabbi trat, ohne ein Wort zu sagen, ans Fenster und öffnete es. Dann schaute er lange die Straße hinauf und hinab, schloss das Fenster wieder und setzte seinen Unterricht unbewegt fort. Als aber der Schüler auf eine Antwort drängte, sagte der Rabbi: „Wenn der Messias kommt, wird sich alles verändern. Aber von Veränderung habe ich nichts gemerkt; also ist der Gesalbte des Herrn, gepriesen sei er, nicht gekommen!“ 

Liebe Mitchristen!

Lassen wir den Messias, den Auferstandenen in unser Herz. Dann kann das Wunder der Verwandlung geschehen. Dann ist der Messias, der Auferstandene unter uns. So sei es!

Zu den Bildern 

 

Newsletter

Wenn Sie unseren regelmäßig erscheinenden Newsletter abonnieren wollen, geben Sie bitte hier Ihre Daten ein:

Anschrift

Stift Wilten
Prämonstratenser-Chorherren
Klostergasse 7
6020 Innsbruck
Tirol, Österreich
Telefon: +43 512 583048

email


Klosterladen

An der Pforte unseres Stiftes finden Sie unseren Klosterladen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch auch auf unserer facebook-Seite


Volltextsuche

Stift Wilten, Innsbruck

powered by webEdition CMS