Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte in der Nähe von Krakau eine neue Stadt gebaut werden: Nova Huta. Aber eine Stadt ohne Gott. Eine Kirche war nicht vorgesehen. Das ließen sich die gläubigen Polen nicht gefallen. Sie stellten ein Kreuz ins Freie und trafen sich dort zu Tausenden, manchmal bei Temperaturen von 20°-25°C unter Null. Zehn Jahre kämpften sie darum, eine Kirche bauen zu dürfen. Dann erhielten sie endlich die Erlaubnis, sie in Eigenleistung zu erstellen. Tausend m² sollten in Waschbeton entstehen. Die Verantwortlichen baten darum, im Flusslauf jeweils ein paar Kieselsteine zu suchen und mitzubringen.

Diese Idee wurde zum eindrucksvollen Zeugnis: Von überall her kamen die Kieselsteine. Sie wurden sogar in so vielen Paketen geschickt, sodass die Post streikte. Als sich die Geschichte bis Rom herumsprach, schickte Papst Paul VI. einen Stein aus St. Peter, der zum Grundstein wurde. Ja, bis in die Vereinigten Staaten drang diese Kunde: die wiederum sandten einen Stein, den die Astronauten vom Mond mitgebracht hatten. Dieser Stein wurde dann in den Tabernakel eingearbeitet. So wurde aus dem kommunistischen Plan ein eindrucksvolles Zeugnis des Glaubens vieler Christen.

Dieses grandiose Zeugnis von Nova Huta ist für mich ein schönes Bild der Einheit: „…damit sie eins sind wie wir“ (Joh 17,11b). Jeder schenkt einen Stein für den Bau einer Kirche. Der Sammelpunkt dieser Steine war übrigens niemand geringerer als der inzwischen heilige Papst Johannes Paul II., der Garant der Einheit für die Kirche aus lebendigen Steinen. Papst Johannes Paul II. wäre jetzt am 18. Mai 100 Jahre alt geworden.

Dieser Papst so wie alle Päpste seit dem II. Vatikanischen Konzil, dem so genannten Ökumenischen Konzil, haben alles getan, um die Einheit zu fördern. Aber letztlich haben wir den größten Wunsch Jesu, sein Testament, noch immer nicht erfüllt. Die Christenheit ist nach wie vor in viele Kirchen gespalten. In seinem Hohepriesterlichen Gebet kurz vor seinem Tod bittet Jesus den Vater vor allem um die Einheit: „Vater, lass alle eins sein…“.

So wie der Herr in seinem Hohepriesterlichen Gebet

sollen auch wir um die Einheit beten, was uns sicher nicht von konkreten Taten und Schritten dispensiert. Solange die Kirche gespalten ist, darf dieses Gebet nicht verstummen. Sie finden solche Gebete auch im Gotteslob unter den Nummern 21, 1+2 und 677,9.

Vater, lass alle eins sein! Beten wir, damit der letzte Wunsch Jesu, sein Testament, in Erfüllung gehe.

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