Herz-Jesu-Fest: Bei diesem Wort steigen in mir ganz spontan verschiedenste Erinnerungen aus meiner Kindheit auf:

Da denke ich an die Prozessionen durch meine Heimatgemeinde Völs bei Innsbruck, wo sich die grün-weißen Schützenfahnen mit dem Herz-Jesu-Bild unter Musikklang und Böllern geneigt haben. Dabei hat der jeweilige Pfarrer genau dieses Messkleid getragen, mit dem ich heute bekleidet bin.

Da denke ich an die fast lebensgroße Herz-Jesu-Statue in der alten Völser Pfarrkirche auf dem Beichtstuhl oben, wobei ich als kleiner Ministrant immer in Sorge war, ob diese schwere Statue nicht eines Tages durchbricht und dem Pfarrer im Beichtstuhl auf den Kopf fällt.

Ganz besonders in Erinnerung ist mir das Herz-Jesu-Bild in der Jesuitenkirche, vor dem ich als Schüler des Akademischen Gymnasiums und später als Theologiestudent vor großen Prüfungen betend gekniet bin.

Viele tun sich schwer mit dieser Darstellung des Herzens Jesu. Aber wenn wir von so manchen für uns kitschig anmutenden Darstellungen absehen, dann müsste uns bewußt werden, dass das Symbol „Herz“ eines der bedeutungsvollsten, der universalsten und ältesten Sinnbilder ist.

Seit Urzeiten bezeugt eine unüberschaubare Fülle von Mythen, Märchen, Dichtungen, Volksliedern, religiösen und philosophischen Schriften, so wie Werke der bildenden Kunst diese Vorliebe für das Herz als Symbol. Schon lange vor der Entdeckung des biologischen Herzens als Pumpe war dieses Sinnbild für die Menschen viel mehr als nur ein Muskel; und sogar heute, in aufgeklärten Zeiten, begegnet man diesem Symbol Herz auf Schritt und Tritt.

Das Symbol Herz ist Quelle der Religiosität und der Weisheit, ist Sitz der Seele und vor allem Sinnbild der Liebe. Heutzutage ist es in erster Linie genau dieses Symbol der Liebe. Es wird sehr oft gebraucht, aber auch missbraucht. Auch im allgemeinen Sprachgebrauch, wie auch bei Sprichwörtern ist Herz ein tiefsinniges Schlüsselwort seit urdenklichen Zeiten. 

Im Alten Testament begegnen wir dem Wort „Herz“ fast 1000-mal und 160-mal im Neuen Testament. Das Herz ist der Ursprungsort der Gottesverehrung, aber auch die Stätte der Gottesferne. Hier ist nach Paulus die Wohnung des Heiligen Geistes; hier ist der Ort der Gottes- und Nächstenliebe. HERZ ist der Cantus firmus, der sich durch die ganze Heilige Schrift zieht: Gott hat ein Herz für den Menschen. Und sein großes Herzensanliegen ist die Liebe, die Gottes- und Nächstenliebe.

Herz-Jesu-Fest also ist die Botschaft von der Gottes- und Nächstenliebe. Wenn wir das verstanden haben, haben wir die ganze Bibel verstanden. Ja, eine solche Herz-Jesu-Spiritualität ist höchst modern und immer aktuell. Unsere belastete und in Dunkel gehüllte Welt braucht ein Zentrum pulsierender Liebe, das dem Universum und aller Geschichte einen Sinn gibt. Der Mensch ist auf der Suche nach Liebe. Sie allein macht Christentum glaubwürdig – ut credat mundus – damit die Welt glaubt (Joh 17,21). Amen.

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