Datum: Freitag, 20. September 2019
Ort: Stift Wilten

Vom 20. bis 22. September 2019 findet in Innsbruck und Hall in Tirol die Investitur des Ritterordens von Heiligen Grab zu Jerusalem statt.  

Bei der Investitur wird nicht nur gefeiert, es ist dem Orden sehr wichtig auch ein konkretes Projekt im Heiligen Land zu unterstützen: In der Stadt Gaza, einer der problembehafteten Städte in Palästina, benötigt die Katholische Pfarre dringend einen Kleinbus, um ihre vielfältigen pastoralen, sozialen und Bildungsaktivitäten besser bewerkstelligen zu können. Bei der Anschaffung wird der Orden behilflich sein. Dr. Andreas Leiner stellte als Statthalter der Statthalterei Österreich das Spendenprojekt im Rahmen eines Pressegespräches vor.
 
Höhepunkt der Feierlichkeiten, zu der 400 Gäste aus nah und fern erwartet werden, ist das am 21. September um 10.00 Uhr in der Wiltener Stiftskirche von Großmeister Edwin Kardinal O’Brien zelebrierte Pontifikalamt mit der Investitur von 23 Frauen und Männern.

Der Ritterorden vom Heiligen Grab umfasst derzeit etwa 30.000 Personen in der ganzen Welt; Damen und Ritter, die sowohl Kleriker als auch Laien sein können.

 

Das Spendenprojekt

Gaza gilt als eine der ärmsten Regionen in ganz Palästina und ist gleichzeitig eines der am dichtest besiedelten Gebiete weltweit (5,046 Personen pro km2). Über die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre. Zur hohen Arbeitslosigkeit kommen viele weitere soziale Probleme. Die politischen Probleme der letzten Jahre und Jahrzehnte haben die Region stark getroffen – kaum einer bringt den aus den Nachrichten bestens vertrauten Namen Gaza nicht unmittelbar mit den Problemen in Nahost in Verbindung. 

In dieser muslimisch geprägten Region ist der Anteil der Christen gerade einmal 0,05% der Bevölkerung. 

In den 70iger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde die katholische Pfarre Gaza vom Tiroler Priester Georg Gatt gegründet, er war damals Vizerektor des Österreichischen Hospizes.

Das Lateinische Patriarchat bemüht sich redlich, die Pfarre Gaza zu unterstützen und durch Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen zu strukturieren: Seit 1974 gibt es die Schule zur Heiligen Familie, die mit ihren über 650 Schülern als eine der besten Schulen der Region und als Ort des interreligiösen Austauschs gilt. Auch die der Heiligen Familie geweihte Kirche ist ein wichtiger Treffpunkt. 

Die Pfarre benötigt dringend einen Kleinbus, um ihre vielfältigen pastoralen, sozialen und Bildungsaktivitäten besser bewerkstelligen zu können. 

Mit den Geldern aus den Kollekten während der Investitur 2019 und allfälligen Überschüssen aus den Teilnahmegebühren wird der Orden die Pfarre Gaza bei der Anschaffung des Fahrzeuges unterstützen.

Bei der Vorstellung des Spendenprojektes im Stift Wilten - V. l. n. r.: Inge Sigl, Kanzlerin der Statthalterei Österreich; Prälat Raimund Schreier OPraem, Abt des Stiftes Wilten, Großprior der österreichischen Statthalterei; Dr. Andreas Leiner, Statthalter der Statthalterei Österreich; Thomas Steixner, Leitender Komtur der Komturei Innsbruck

Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem

Entstehung:
Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem verdankt seine Entstehung einem Brauchtum der mittelalterlichen Ritterschaft des christlichen Abendlandes, nämlich am Ort der Auferstehung Jesu, dem Heiligen Grab zu Jerusalem (Grabeskirche), zum Ritter geschlagen zu werden. Ab dem Jahr 1868 gibt es dann durch einen Erlass von Papst Pius IX. diesen Ritteroden als eigenständige Gemeinschaft des Kirchenrechts unter der Oberhoheit des Heiligen Stuhls. Die Damen und Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem sind heute in 54 Ländern der Welt mit etwa 30.000 Mitgliedern vertreten.

Aufgabe des Ordens:

Der Ordensauftrag besteht in erster Linie in der Stärkung des christlichen Lebens seiner Mitglieder. Das ist vor allem die Aufgabe der Priester (Prioren) im Orden: die spirituelle Vertiefung. Dies geschieht bei Kapitelsitzungen der Komtureien, bei Einkehrtagen der ganzen Statthalterei, Ordenstagen – auch länderübergreifende (bei uns in Tirol jährlich mit Südtirol und dem Trentino), Wallfahrten, Gottesdienste und das persönliche Gebet (eigenes Gebetbuch). Es sei hier angemerkt, dass bewusst wenig Priester aufgenommen werden, da dies vor allem ein Laienorden ist.

Auf unseren Ordensmänteln ist das Jerusalemer Kreuz zu sehen – das Zeichen dieser Ordensgemeinschaft. Es besteht aus 5 Kreuzen und weist hin auf die 5 Wundmale Jesu am Kreuz. Jesus von Nazareth, der sich aus Liebe zu uns Menschen am Kreuz hingegeben hat, ist das Zentrum unseres Glaubens. Ihn nachzuahmen, seine Worte in die Tat umzusetzen, ist unsere Aufgabe. Zum Leben gehört auch das Kreuz: die Hingabe für andere Menschen, die Nächstenliebe, verbunden mit Verzicht und Zurücknahme des Ego. Kreuz ist auch Zeichen der Vergebung, des gegenseitigen Verzeihens. Kreuz wird dann auch Zeichen des Bekenntnisses: Ich bekenne mich zu diesem gekreuzigten und auferstandenen Christus.

In der Grabeskirche in Jerusalem gibt es den Hügel Golgotha, auf dem Jesus den Kreuzestod erlitten hat. Aber in der Mitte der Kirche steht die „Anastasis“, das leere Grab, Zeichen für seine Auferstehung. Damen und Ritter vom Heiligen Grab in Jerusalem bezeugen diesen Auferstandenen durch ihre Zufriedenheit, ihre Freude, ihre Hoffnung auf ein ewiges Leben, auf eine Auferstehung auch für uns.

Der zweite Ordensauftrag ist dann die konkrete Umsetzung dieser Kreuzesliebe vor allem gegenüber den Christen im Heiligen Land. Der Orden unterstützt religiöse, karitative, kulturelle und soziale Werke und Einrichtungen des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem. Dieses umfasst Israel, Palästina, Jordanien und Zypern. Der Ritterorden hilft beim Wiederaufbau, investiert in Gesundheitseinrichtungen und Schulen und will so wichtigen Zugang zur Bildung ermöglichen. Um der ansteigenden Auswanderung von christlichen Familien vorzubeugen, werden auch christliche Familien unterstützt.

Bei verschiedenen Aufenthalten im Heiligen Land wurde mir immer wieder bestätigt, dass es ohne diesen Orden keine Zukunft für die Christen im Heiligen Land  (ca. 2% der Bevölkerung im Heiligen Land) gäbe. Immer wieder müssen Christen auswandern, weil sie nicht studieren dürfen, keine Berufsanstellung bekommen oder sonst in irgendeiner Form unterdrückt werden.

Der Gesamtorden bringt etwa 95 % der institutionellen Ausgaben des Lateinischen Patriarchats auf. Außerdem gibt es bei uns eine sogenannte Heilig-Land-Kommission, die sich regelmäßig vor Ort und auf eigene Kosten über den Fortschritt der verschiedenen Projekte informiert und die entsprechende Unterstützung persönlich dorthin bringt.

Meiner Meinung nach wird dieser unserer Gemeinschaft oft Unrecht getan: Sie wird belächelt als mittelalterliches Relikt. Aber in Wirklichkeit leistet sie Großartiges – vor allem in der Hilfe gegenüber vielen Menschen im Heiligen Land. Und es ist eine Gemeinschaft, die viel Gutes tut auf dem Fundament des Evangeliums.

 

Struktur und Zahlen
Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem in Österreich

Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem ist ein päpstlich anerkannter Laienorden von Männern, Frauen und Geistlichen, an deren Spitze ein vom Papst eingesetzter Kardinal Großmeister steht. Der Sitz der Ordensregierung ist im Großmagisterium in Rom.

Die Mitglieder sind in Statthaltereien aufgegliedert, die von einem Statthalter geführt werden. Die geistliche und spirituelle Führung obliegt dem jeweiligen Großprior. 

Die Statthalterei Österreich zählt 550 Mitglieder und ist in 12 Komtureien gegliedert (Wien, Baden–Wiener Neustadt, Eisenstadt, St. Pölten, Graz, Linz, Klagenfurt, Salzburg, Klosterneuburg, Salzkammergut, Innsbruck und Bregenz).
Die Frauenquote beträgt derzeit zirka 10 Prozent, ist aber steigend. Bei der Investitur in Innsbruck werden heuer 8 Frauen und 15 Männer aufgenommen.

 

Struktur der Statthalterei Österreich (ein Auszug):

DER STATTHALTER
leitet und vertritt den Orden in Österreich und gegenüber dem Ausland und ist zuständig für die Koordination mit dem Großmagisterium.

DER GROSSPRIOR
unterstützt den Statthalter bei der Leitung der Statthalterei und begleitet die Kandidaten, Ritter und Damen bei ihrem Leben im Geist des Ordens. 

DIE KANZLERIN
vertritt den Statthalter im Falle seiner Verhinderung in allen Belangen, die nicht ausdrücklich dem Großprior vorbehalten sind und ist im administrativen Bereich tätig.

BEIRAT HEILIG-LAND-KOMMISSION
koordiniert und überwacht im Auftrag des Statthalters die Aktivitäten der Statthalterei im Heiligen Land.

  

Investitur 2019
Vorstellung des Festprogrammes

Die Mitglieder der Komturei Innsbruck, in deren Hände die Ausrichtung der Feierlichkeiten der Investitur in diesem Jahr gelegt wurde, haben sich bemüht, für die Gäste ein attraktives Programm zusammenzustellen. 

 

Freitag, 20. September 2019 

21:00 Uhr - Feier der Vigil

Offiziator: S.E. Abt Mag. Raimund Schreier OPraem, Großprior der Statthalterei Österreich 

Homilie: Hw. Bischofsvikar Mag. Jakob Bürgler, Prior der Komturei Innsbruck 

Stadtpfarrkirche St. Nikolaus, Hall in Tirol

 

Samstag, 21. September 2019 

10:00 Uhr - Pontifikalamt mit Investitur

Hauptzelebrant: S.Em. Dr. Edwin Frederick Kardinal O’Brien, Kardinal-Großmeister des Ordens

Homilie: S.E. Abt Mag. Raimund Schreier OPraem, Großprior der Statthalterei Österreich 

Stiftskirche Wilten 

 

17.30 Uhr - Landesüblicher Empfang 

durch Landeshauptmann Günther Platter

Landestheater

 

18.00 Uhr - Festkapitel 

Congress Innsbruck Dogana 

 

Sonntag, 22. September 2019 

10:00 Uhr - Sonntagsmesse mit der Pfarrgemeinde 

Hauptzelebrant und Homilie: S.E. Bischof MMag. Hermann Glettler 

Dom St. Jakob

www.oessh.at 

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