Datum: Mittwoch, 13. Januar 2021

  1. 2. Sonntag im Jahreskreis B (17. Jänner 2021)

    Evangelium des Johannes 1, 35 - 42

    Am Tag darauf stand Johannes wieder dort und zwei seiner Jünger standen bei ihm. 36 Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! 

    37 Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. 38 Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, sagte er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister - , wo wohnst du? 39 Er sagte zu ihnen: Kommt und seht! Da kamen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde

    40 Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. 41 Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden - das heißt übersetzt: Christus. 42 Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen, das bedeutet: Petrus, Fels.




Liebe Weggefährten, liebe Weggefährtinnen im Glauben!

 

G. war Mitbewohnerin in einer Einrichtung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

An einem Sonntagnachmittag besuchte die Gruppe den Film „Bamby“. Daheim fragte

ein Mitarbeiter G., was ihr am besten gefallen habe. Und G. sagte begeistert „Das Lämmlein.“

Für G. war Bamby ein Lämmlein: Klein, sanft, einfach zum gern-haben. Vielleicht Ausdruck

ihrer eigenen Bedürftigkeit als Frau mit einem lebenslangen Handykap.

 

„Seht das Lamm Gottes!“ sagt Johannes der Täufer zu seinen Jüngern. Viel schwingt

in diesem Hinweis mit: Der Christus Jesus ist zerbrechlich wie ein Lamm. Der Christus ist wie

ein Lamm, das ohne Gegenwehr zum Schlachten geführt wird. Der Christus ist einer,

der mit uns verbunden ist in unseren Handykaps.

 

Zwei Jünger des Johannes wollen Jesus näher kennenlernen und gehen ihm nach.

Und die Begegnung wird zu einem Wendepunkt in ihrem Leben.

„Liebe auf den ersten Blick“.

Mögen auch wir dem Christus Jesus nachgehen und ihm nahekommen.

 

Einfach weiterdenken…

Am Tag darauf...

Zuvor in Joh 1, 32 – 33 wurde Johannes bei der Taufe von Jesus die Erfahrung zuteil, dass auf IHN der Geist vom Himmel herabkam und auf IHM blieb.

 

Seht, das Lamm Gottes!

Im Evangelium des Johannes taucht die Erinnerung an den Gottesknecht in Jes 53,7 auf: Mein Knecht – misshandelt und niedergestreckt – tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das man zu Schlachten führt.Jesus trägt die Züge dieses Knechtes. Johannes bezeugt den Tod Jesu für den Rüsttag vor dem Paschafest, an dem auf dem Tempelplatz die Paschalämmer geschlachtet werden. Christus Jesus ist das Paschalamm par excellence.

 

...folgten Jesus

Aus der Ersterfahrung des Täufers mit Jesus und seinem Wort „Seht das Lamm Gottes!“ werden zwei seiner Weggefährten von Neugierde gepackt. Schnell entschlossen gehen sie Jesus nach. Intuitiv ahnen sie Großes.

 

Welche Neugierde ist zurzeit in mir lebendig?

 

Jesus wandte sich um...

Johannes „blickt auf den vorübergehenden Jesus“; sich umwendend blickt Jesus die ihm folgenden Jünger des Johannes an. Über den Blick begegnen sich Menschen in der Tiefe der Seele. Und es ereignet sich „Liebe auf den ersten Blick“. Solches angeschaut-werden geht „durch und durch“.

 

Was sucht ihr?

 

Das griechische „Ti zeteite“ meint „suchen...erforschen“.

„Erforschen“ meint „auf den Grund gehen“ und „dem Innersten nahekommen wollen“.

Das Christusereignis hat den Evangelisten zum „Jesus-Forscher“ werden zu lassen. Er ging den Ereignissen um Jesus von Nazareth auf den Grund. Und so entfaltet er Schritt für Schritt Bilder und Worte, die auch uns animieren können, mit dem Christus-Jesus in Beziehung zu treten: Durch nachdenken, meditieren, schweigen, neue Worte finden. Pfarrer Jean-Marie Vianney erklärte sein einfaches Gebet vor dem Tabernakel mit „Ich schaue IHN an, ER schaut mich an.“

 

Wo wohnst (meneis) du? 

Das griechische „menein“ bedeutet zuerst „bleiben“. 

Wo ist deine Bleibe? Wo bist du „be-heim-atet“?

 

Ich erinnere mich der Mitmenschen, bei denen ich Bleibe erfahre, wo ich „ich selber“ sein kann, angenommen und angesehen werde...

 

Blieben (emeinan) jenen Tag bei ihm...

Im Ich-bin-Bildwort vom Weinstock Joh 15, 4ff bittet Jesus die Jünger*innen „Bleibt (menein) in mir, dann bleibe ich in euch. Wer in mir bleibt bringt reiche Frucht.“

Das „bei IHM bleiben“ kann vollzogen werden im Lesen des Evangeliums, im Schweigen, im Schauen auf eine Christus-Ikone, im Da-sein und mich aus-halten.

 

es war um die zehnte Stunde

Für die Zahl 10 steht der hebräische Buchstabe „JOD“ - der Anfangsbuchstabe des Gottesnamens. Als Schriftzeichen ist er ein „kleiner Tropfen“, der sich in allen anderen Schriftzeichen finden lässt. Im Kleinen ist das Große schon drinnen. In der „kurzen“ Begegnung der Jünger mit Jesus ist das „Große des Christusgeschehens“ schon da.

Eben: Im ersten Blick ereignet sich schon die Liebe.

 

Andreas und der Jünger ohne Namen fangen in der Begegnung mit Jesus Feuer. Andreas ist sich gewiss, den Sinn des Lebens gefunden zu haben. Das drängt ihn, seinem Bruder Simon davon zu erzählen. Er konnte unmöglich schweigen von dem, was er gesehen und erfahren hatte.

 

Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen, das bedeutet: Petrus, Fels.

 

Schon wieder wird jemand von Christus angeblickt. Dieser Blick in die Seele lässt Simon einen anderen werden: Er wird ab jetzt Simon Petrus heißen. Seine Berufung wird es, „Fels“ zu sein. Berufen aufgrund des Zutrauens, nicht aufgrund seiner persönlichen Leistung.

 

Welche „Geschichten“ und „Erinnerungen“ sind in meinem Namen gespeichert?

Welche Berufung verbinde ich mit meinem eigenen Namen?

 

Anregung zu einer Gestalt-Übung:

Ich schreibe und gestalte meinen Namen mit meiner „schönsten“ Schrift.

 

 

tiefen – blick

 

ein tiefen - blick

berührt das innen

berührt die seele

ermutigt

und setzt kräfte frei

ein tiefen – blick

schenkt gänsehaut

sehnsucht erwacht

vielleicht

ein tiefen – blick

voll forscher*innengeist

erkundet neugierig und wertungsfrei

entdeckt das unsagbare

und lässt erschaudern dich

 

petra unterberger

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