Datum: Samstag, 10. April 2021

2. Sonntag der Osterzeit LJ B (11. April 2021)

Evangelium des Johannes 20, 19 - 31 

19 Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger*Innen aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

20 Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. 

Da freuten sich die Jünger*Innen, als sie den Herrn sahen. 21 Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 22 Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! 23 Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten. 

24 Thomas, der Dídymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Die anderen Jünger*Innen sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. 

26 Acht Tage darauf waren seine Jünger*Innen wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!

27 Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 

28 Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott! 

29 Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. 

Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. 

30 Noch viele andere Zeichen hat Jesus vor den Augen seiner Jünger*Innen getan, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind. 31 Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

 

Liebe Weggefährten, liebe Weggefährtinnen im Glauben!

Wenn es Kommentator*Innen in den Medien gelingt,

Probleme in Politik und Gesellschaft auf den Punkt zu bringen,

dann wird das oft mit „ den Finger in die Wunde legen“ bezeichnet.

 

Aus eigener Erfahrung wissen wohl die meisten, dass man/frau sich

nicht gerne an einer Wunde berühren lässt: Das gilt für körperliche

Verletzungsspuren und besonders für die Wunden der Seele.

 

Jemanden an die eigene Wunde heranlassen setzt Vertrauen voraus.

Umgekehrt Respekt und Achtsamkeit beim Berühren.

 

Nach der Osterereignissen in Jerusalem waren die Jünger*Innen verwirrt,

aufgebracht, wütend und verzweifelt. Denn „alles“ war ihnen genommen.

Das Evangelium des Johannes erinnert an die Begegnung zwischen Thomas

und dem Auferstandenen. Der fordert den Jünger auf, seine „Hand in die

Herzwunde zu legen“. Jesus lässt Thomas bis an sein „verletztes Herz“ heran!

 

Das „Leben ist voller Verwundungen“. Sie zu berühren ist ein Weg der Heilung.

Sie zu zeigen und uns berühren zu lassen kann zum Frieden führen.

 

Mögen wir einander mit Respekt und Achtsamkeit angesichts unserer Lebensverwundungen

begegnen.

 

Einfach weiterdenken...

...als die Jünger*Innen aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus...

 

Die Atmosphäre der Jünger*Innengemeinschaft war vermutlich ein emotionales Gemisch aus Angst, Furcht, Verzweiflung, Zorn, Beschuldigung. Vielleicht kommt das dem nahe, was in unseren Tagen etliche aufgrund der Corona-Pandemie spüren. Chaos im Denken, Fühlen und Handeln.

 

...kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! ... Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. 

 

In das Chaos hinein Frieden bringen gelingt vielleicht im Zeigen der eigenen Verwundungen. Wer Schmerzen erlitten und durchlitten hat und dennoch gewaltlos geblieben ist, kann glaubwürdig aufrufen, auf Rache zu verzichten. Der Auferstandene bleibt der Gekreuzigte. Hindurch gegangen durch die Verletzungen von Gewalt wird er zum „Friedensbringer“. 

 

Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

 

Wir sind oft verstrickt in persönliche Schuld und in Schuldgeschichten anderer. Für die eigene Schuld brauchen wir die Ermutigung, Verantwortung zu übernehmen und einen Ausgleich zu wirken. Für die Verstrickung in die Schuldgeschichten anderer brauchen wir Unterstützung. Der Auferstandene ermutigt „Sünden zu erlassen“. Wer Schulderfahrungen nicht „los-lässt“ bleibt in der Trennung.

 

In welche Schuldgeschichten bin ich noch verwoben?

Wer braucht mein Vergeben?

 

 

...aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

 

Das Evangelium will den Glauben und das Vertrauen fördern: Wer sich auf Jesus einlässt, wer wie er den Weg der Liebe und der Gewaltlosigkeit zu gehen bereit ist, wird Leben haben.

 

Das bleibt für „alle Zeit der Maßstab“, ob die Verkündigung in „der Spur des Evangeliums“ praktiziert wird.

 

 

osterspaziergang mit thomas an meiner seite

 

ich hör´ deine fragen

ich kann dich verstehen

die sehnsucht nach frieden

ich spür sie in dir

viel unrecht und leid

war vor tagen geschehen

es treibt dich umher

du kannst nicht verzeihen

dein herz ist gebrochen

und SEINES durchstochen

verletzlich und brüchig

kommt der CHRISTUS zu dir

du kommst in berührung

bist mutig und stark

die tränen sie fließen

sie reinigen dich

und frieden kann werden

so einfach und schlicht

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