Abt Raimund Schreier bei der Predigt

Maria in Fatima

Heute Abend denken wir an die Muttergottes in Fatima.

Vor 100 Jahren erscheint Maria den Kindern Lucia; Jacinta und Francisco. Schon bei ihrer ersten Erscheinung am 13. Mai 1917 spricht die Jungfrau Maria von Bekehrung. Dieser Ruf nach Umkehr und Bekehrung wird die Erscheinungen bis zum 13. Oktober 1917 begleiten. In Fatima erscheint Maria als die Mutter der Kirche, die Mutter aller Menschen. Sie drückt ihre Sorge um die Menschen aus. Ihr Erscheinen war nicht Sensation, sondern Ausdruck ihres Wissens um die Nöte der Menschen. Sie will die Welt auf den Weg zu Gott rufen.

Dies drückt sich in Fatima besonders aus, wenn Maria von der „Bekehrung Russlands“ spricht. In der damaligen Situation heißt das: Der Bedrohung durch Gottlosigkeit zu widerstehen. Glaube, Hoffnung und Liebe auszubreiten, damit Friede wird. Denken wir an die Situation damals. Die Schrecken des ersten Weltkriegs und eine Welt, die auf einen weiteren großen Krieg zuging. Maria weist in Fatima hin auf die einzige Rettung der Welt: Umkehr und Bekehrung.

Umkehr und Bekehrung

Viele Autos haben heutzutage ein Navigationssystem. Da sagt einem die Stimme immer an, wohin man fahren soll. Wenn man dann in eine falsche Straße einbiegt, meldet sich sofort diese Stimme: „Wenn möglich, bitte wenden! Sie verlassen das vorgesehene Straßennetz. Wenn möglich, bitte wenden!“

Auch auf unseren Lebensstraßen kommen wir auf falsche Wege, auf Irrwege, in eine Sackgasse. Da ruft uns der göttliche Navigator zu: Bitte wenden, bitte umdrehen, umkehren, sobald und so rasch als möglich.

„Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“, spricht der Priester bei der Aschenauflegung am Aschermittwoch. Kehrt um…! (Mk 1,15). Das sind auch die ersten Worte der Predigt Jesu, wie Markus uns überliefert. Kehrt um! Jetzt ist die Zeit – höchste Zeit. Dieser Satz, diese biblische Formel erinnert uns an Buße und Umkehr, wie die Muttergottes in Fatima aufgerufen hat. Das griechische Wort für „Kehrt um!“ heißt „μετανοεῖτε“, das bedeutet eigentlich „denkt um!“. Die Umkehr beginnt beim Denken. Wer falsch denkt, der lebt auch nicht richtig. Jesus will uns die Augen öffnen, damit wir richtig hinschauen und Gott in allem und hinter allem sehen.

Maria erinnert uns, von Wegen, die nicht weiterführen, umzukehren. Wir sollten den Weg suchen, der uns zu Gott führt. 

Umkehr und Buße. Das deutsche Wort Buße klingt für uns heute sehr hart und streng. Aber eigentlich kommt Buße von besser. Buße heißt also, es besser machen. So wie wir bisher leben, ist nicht ganz schlecht. Aber es könnte besser sein. Wir sollten uns immer wieder ein Trainingsprogramm aufstellen und überlegen, was wir besser machen könnten.

Eine chassidische Geschichte sagt: „Die große Schuld des Menschen sind nicht die Sünden, die er begeht. Die große Schuld des Menschen ist, dass er in jedem Augenblick die Umkehr tun kann und nicht tut.“ 

Maria ermutigt zur Umkehr

Maria hat uns Menschen zur Umkehr ermutigt. Lassen wir uns in diesem Jahr des Jubiläums ihrer Erscheinung in Fatima bei der Hand nehmen. Sie möge uns täglich an diesen großen Auftrag Jesu erinnern: an die Umkehr, die Bekehrung und die Buße. Lassen wir uns in diesem Jubiläumsjahr ein auf ein Trainingsprogramm, damit wir uns einüben in das Leben des Evangeliums, damit wir immer bessere Christen werden. Denken wir jeden Tag vor allem an die ersten Worte Jesu, an die Worte seines ersten Auftretens, die seit 2000 Jahren durch die ganze Welt hallen: „Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“  Und am Ende seines Lebens spricht er wieder von der Umkehr, wie wir gerade im Evangelium gehört haben: „Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden. Ihr seid Zeugen dafür“ (Lk 24, 46-48). Amen.

 

Lesung: Jes 55, 6-9
Evangelium: Lk 24, 46-48
Messen für besondere Anliegen: Um Nachlass der Sünden

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