Immer mehr Menschen haben ein Problem mit der Feier der heiligen Messe. Dem einen ist sie zu häufig: einmal im Monat würde ja genügen. Dem andern ist sie zu wenig lebensnah. Wieder anderen sind die Predigten zu lang und zu fad. Die einen wollen wieder nur ganz moderne Lieder und die anderen möchten eine feierliche Orchestermusik. Wieder andere sind der Meinung, dass es eigentlich genügt, wenn man zu Weihnachten und zu Ostern die heilige Messe besucht und so fort.

Heute, am Hohen Donnerstag, hat Christus beim Letzten Abendmahl die heilige Eucharistie gestiftet. Deshalb möchte ich gerade heute hinweisen auf die

Bedeutung der heiligen Messe für uns Christen. Es müsste uns eigentlich aufhorchen lassen, wenn wir an den Ausspruch der Märtyrer aus Abitana in der Provinz Afrika proconsularis aus dem 4. Jahrhundert denken, die ihren Anklägern folgendes antworten: „Wir haben ohne jede Furcht das Mahl gefeiert, weil man es nicht verschieben darf. Wir können nicht ohne Mahl des Herrn leben!“ Wir können nicht sein ohne Herrenmahl, ohne Eucharistie! Sie haben dafür sogar ihr Leben gegeben. Die heilige Messe war ihnen Kraft und Quelle für ihren Alltag.

Nur drei kurze Gedanken, drei oft unscheinbare Rituale unserer Messe, um die Bedeutung dieses Sakramentes ein wenig zu begreifen, das das Zweite Vaticanum „Höhepunkt und Quelle unseres Lebens“ bezeichnet.

1. Das Brechen des Brotes lässt uns füreinander aufbrechen und teilen.

Ein einfacher Ritus, begleitet vom Gebet und Gesang des Agnus Dei: „Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, erbarme die unser.“ Der Priester bricht das Brot als Zeichen dafür, dass Christus sich im Tod für uns alle zerbrechen ließ, damit wir nicht zerbrechen an unserem Leben. Wir brechen das Brot als Erinnerung daran, dass Christus sich für uns aufbrach, sich uns öffnete, um das Zerbrochene und Zerrissene in uns zu verbinden und zu heilen. Und dass auch wir bereit sind, uns füreinander aufzubrechen und einander Anteil an unserem Leben zu schenken, miteinander zu teilen, uns mitzuteilen. 

Gründonnerstag - Stift Wilten

2. Bevor wir Christus in der in seinen Leib verwandelten Hostie empfangen, sprechen wir das Wort, das der Hauptmann in Kapharnaum zu Christus gesagt hat: „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund“ (Mt 8,8). Der Hauptmann hatte Jesus gebeten, zu ihm nach Hause zu kommen, denn sein Diener lag gelähmt daheim und hatte große Schmerzen. Und Jesus sagte zu ihm: „Ich will kommen und ihn heilen“. Und dann antwortet der Hauptmann mit diesem berühmten Wort, das wir vor jeder heiligen Kommunion sprechen: „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund“. Christus in der Eucharistie heilt auch uns. Wir kommen ja oft auch als Kranke: unrein, unausstehlich, gekränkt, verletzt, beleidigt, resigniert, traurig. Wenn wir Christus in der heiligen Kommunion empfangen, dann sagt Jesus zu uns: Ich will, werde rein, werde gesund! Werde wieder froh! Ich will dich aufrichten und dich begleiten. Ich will dich heilen. Christus in der heiligen Eucharistie heilt uns.

3. Die heilige Kommunion befreit vom Egoismus.

Lateinisch communio bedeutet Gemeinschaft. Besonders beim Empfang der heiligen Kommunion treten wir in eine ganz tiefe Gemeinschaft mit Christus. Er ist reine Liebe. Er kennt nur das Du, nicht das Ich. Für uns ließ er sich foltern, kreuzigen, für uns ist er auferstanden. Wenn wir Christus in der heiligen Kommunion empfangen, werden wir ein „anderer Christus“. Er gibt uns dann die Kraft, auch unser Leben auf das Du auszurichten und nicht zu sehr auf das Ego. Der Empfang der heiligen Kommunion hilft also gegen den Egoismus. 

Liebe Andächtige!

Papst Franziskus hat bei seinen vergangenen Mittwoch-Audienzen jeweils eine Katechese über die Bedeutung der heiligen Messe gehalten. Sie nachzulesen würde uns helfen, dieses Geheimnis tiefer zu erfassen. Dann bekommt die heilige Eucharistie eine neue Dimension. Dann ist sie nicht mehr langweilig - trotz der gleichen Riten. Denken wir an die Bedeutung dieser heiligen Riten und danken wir für dieses unaussprechliche und nicht in Worte fassbare Geschenk der heiligen Messe.

Denken wir besonders

Vielleicht verstehen wir jetzt wieder ein wenig mehr, warum die Märtyrer des 4. Jahrhunderts ihren Peinigern gesagt haben: „Wir können nicht ohne das Herrenmahl leben!“ Wir können nicht existieren ohne Eucharistie. Amen.

Zu den Bildern

des Gottesdienstes

Newsletter

Wenn Sie unseren regelmäßig erscheinenden Newsletter abonnieren wollen, geben Sie bitte hier Ihre Daten ein:

Anschrift

Stift Wilten
Prämonstratenser-Chorherren
Klostergasse 7
6020 Innsbruck
Tirol, Österreich
Telefon: +43 512 583048

email


Klosterladen

An der Pforte unseres Stiftes finden Sie unseren Klosterladen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch auch auf unserer facebook-Seite


Volltextsuche

Stift Wilten, Innsbruck

powered by webEdition CMS