Alle drei Lesungen des heutigen ersten Fastensonntags zeigen die Gebrechlichkeiten und Störungen der menschlichen Beziehungen. 

Die erste Lesung aus dem Buch Genesis stellt dar die Erschaffung des Menschen durch Gott. Von Anfang an bedeutet Menschsein auch in Beziehungen zu leben: in Beziehung zu Gott, in Beziehung zum Anderen - zur Frau, zum Mann, in Beziehung auch zur Schöpfung, zur Mutter Erde. Diese Beziehungen können aber auch verletzt werden. Da erfährt der Mensch seine Verletzbarkeit und seine „Nacktheit“.

Die zweite Lesung aus dem Römerbrief setzt sich ähnlich mit dem Thema der gestörten menschlichen Beziehungen auseinander. Durch Jesus Christus allein, so Paulus, können die gestörten und verletzten Beziehungen wie auch der Mensch geheilt werden. Damit bekommt die Taufe, bekommt Christsein eine therapeutische Dimension.

Und im Evangelium haben wir eben gehört von den Versuchungen Jesu in der Wüste. Jesus wird vom Teufel auf die Probe gestellt. Er sollte beweisen, dass er Gottes Sohn ist. Aber Jesus lässt seine Beziehung zum Vater überhaupt nicht erschüttern. Er lässt sich als Mensch nicht in Versuchung führen, weil die Beziehung zu Vater ihm vorgeht. 

Auch unser Leben erfährt immer wieder Verletzungen, Störungen in den Beziehungen zu den Menschen. Wir werden verletzt, und wir verletzen andere: Bewusst und unbewusst, aus Unachtsamkeit. 

Ich möchte uns einladen, in diesen kommenden sieben Tagen der ersten Fastenwoche zu versuchen, ganz bewusst Mitmenschen weniger bzw. nicht zu verletzen, nicht zu beleidigen, nicht herumzunörgeln, nicht ständig negativ zu kritisieren; 

dafür mehr Anerkennung und Lob zu schenken. Loben tut ja der Seele gut. Vor allem, wenn der Mensch zuerst Gott lobt, sieht er über sich selbst hinaus. Er nimmt sein Leben und die Schönheit der Welt bewusst von Gott her wahr, und er preist Gott für alles, was er ihm an Wunderbarem geschenkt hat. Wenn wir unseren Blick nicht auf das Negative fixieren, sondern eben darüber hinaussehen auf Gott, dann relativiert sich so manches, worum wir uns so viele Sorgen machen. 

Dann wird unser Lob nicht gekünstelt, sondern ehrlich. Dann kann ich leichter meinen Mitarbeiter, meine Freunde, meinen Partner, meine Kinder loben. Dann entdecke ich auch, was der andere ist und was er mir oder uns bedeutet. Dann können wir ihm in aller Offenheit sagen, was uns bei ihm angenehm auffällt. Mögen wir dabei auch die richtigen Worte des Lobes und der Anerkennung finden. Aber zuerst – wie gesagt - muss ich Gott loben, den Urheber alles Guten. 

Liebe Mitchristen! Sieben Tage weniger Verletzungen, dafür mehr Anerkennung! Möge es so sein!

 

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