In diesen vergangenen Tagen hatte ich ein Gespräch mit einigen Freunden. Wir unterhielten uns über politische und gesellschaftliche wie auch kirchliche Probleme. In einem waren wir uns alle einig. "Wir alle haben Angst. Der eine hat Angst, er könnte als Chef einer großen Firma eine falsche Entscheidung treffen, die ihm später falsch ausgelegt werden und schlimme Folgen bringen könnte. Ein anderer erzählte von seiner Angst, als gefühlloser und böser Vorstandsdirektor eines großen Unternehmens gesehen und damit in schlechten Ruf gebracht zu werden, weil er aus finanzieller Not gezwungen wird einige Stellen nicht nachzubesetzen und vielleicht sogar Arbeiter entlassen zu müssen. Wieder ein anderer hat Angst, dass seine Frau ihn verlässt und die Kinder dann darunter sehr leiden, und es viel Streit und Scherben geben wird.

Viele Menschen haben Angst. Angst auch, sich zum Christentum zu bekennen. Man könnte ausgelacht, als Außenseiter betrachtet werden. In manchen Ländern haben Christen Angst, benachteiligt oder sogar getötet zu werden. Jeder von uns hat seine Ängste.

Angst“ hängt zusammen mit dem Wort „eng“! Es wird eng! Auch innerlich verengt sich, verkrampft sich alles, und ich finde keinen Ausweg aus diesen Ängsten.

Im heutigen Sonntagsevangelium steht die große Verklärungsszene vor uns, die Vorahnung der Auferstehung Christi. Die drei Jünger hören eine Stimme aus der Wolke: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören“ (Mt 17,5). Die Jünger sind überwältigt. Sie fallen „wie aus allen Wolken“ über diese Selbstmitteilung Gottes. Sie bekommen Angst und fallen zu Boden - vielleicht auch aus Angst vor dem Wieder-Hinuntersteigen in das Tal der Tränen. Aber Jesus tritt zu ihnen, fasst sie an und sagt: „Steht auf, habt keine Angst“ (Mt 17,7). Über hundert Mal steht in der Heiligen Schrift der Satz: „Fürchte dich nicht!“ oder „Fürchtet euch nicht!“ Jesus berührt immer wieder die Menschen und ermutigt sie aufzustehen, sich nicht mehr zu fürchten und sagt auch: „Habt Mut!“

In den nächsten sieben Tagen dieser zweiten Fastenwoche werden wir aufgerufen, weniger Angst zu haben, sondern mehr Mut.

Hab Mut zu widersprechen, wenn Deine Arbeitskollegen über eine Kollegin herziehen. Hab Mut, nicht mitzuschimpfen, sondern weise darauf hin, dass man es am besten ihr selber sagen soll.

Hab Mut zu einem klärenden Gespräch!

Hab Mut, Probleme anzupacken und nicht vor Dir herzuschieben!

Hab Mut, Dich als Christ zu bekennen, auch wenn Du ausgelacht oder blöd angeredet wirst.

Hab Mut Dich aufzumachen – so wie Abraham in der ersten Lesung – auch mit Risiken, und hab Mut Dich einzusetzen für die Sache Jesu.

Hab Mut, Entscheidungen zu treffen, ohne Dich hinter anderen zu verstecken!

Hab Mut, Dich zu binden; hab keine Angst vor Bindungen, egal welcher Art! Weniger Angst, dafür mehr Mut! Fürchtet Euch nicht! Habt Mut!

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