Schott (Messbuch)

Unter dem Titel Das Meßbuch der heiligen Kirche gab der Beuroner Benediktiner Pater Anselm Schott 1884 im Verlag Herder (Freiburg im Breisgau) die hauptsächlichen Texte des Messbuches der römisch-katholischen Kirche (Missale Romanum) in einer verkleinerten Form mit eigenen, inoffiziellen deutschen Übersetzungen der lateinischen Texte und Erklärungen zur Liturgie des Kirchenjahres heraus. Es sollte den Laien eine bewusstere Mitfeier der Heiligen Messe und des Kirchenjahres ermöglichen.

Der „Schott", wie das Buch bald genannt wurde, erlebte zahlreiche Auflagen unter dem Titel Das vollständige Römische Meßbuch, lateinisch und deutsch, mit allgemeinen und besonderen Einführungen im Anschluß an das Meßbuch von Anselm Schott O.S.B. herausgegeben von Mönchen der Erzabtei Beuron und erschien als Volltext oder in Teilausgaben, angepasst an verschiedene Altersstufen und Benutzergruppen.

Seit der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil hat sich die Situation für die Herausgabe von Volksmessbüchern dahingehend geändert, dass auch die Landessprachen als offizielle liturgische Sprache anerkannt wurden. Deutsche liturgische Texte sind daher nicht mehr einfach nur Übersetzungen, die nur dem Verständnis des lateinischen Originals dienen sollen, vielmehr gelten die Texte des deutschen Messbuchs (1975) selbst als kirchenamtliche Texte.

Die Herausgeber des Schott verzichten daher seither auf eigene Übersetzungen, sondern geben die liturgischen Texte (Orationen, Antiphonen, Präfationen etc.) getreu der deutschen Ausgabe des Messbuchs wieder. Ebenso sind die Lesungstexte nach dem deutschen Messlektionar wiedergegeben, das auf der Einheitsübersetzung der Bibel beruht. Eigentexte der Herausgeber sind neben der allgemeinen Einführung nur noch die tagesindividuellen Einführungen zu den Gottesdiensten und Lesungen, die durch Kursivdruck gekennzeichnet sind. Auch kurze Impulsmeditationstexte „für den Tag und die Woche" sind Beigaben des Schott, und nicht Bestandteil des Messbuchs.

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