Der Lebensweg

Entdecke das Leben der Prämonstratenser und nimm so Bezug auf dein Leben. Interaktiv führt dich unsere virtuelle Tour.

Der Habit ist das Ordensgewand.

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Der „Schneidergang“

hat seinen Namen vom profanen Nutzen dieses nordöstlichen Gebäudetraktes aus dem Spätbarock. Damals befand sich die Schneiderei – im Gegensatz zu heute – in diesem Gang. Der Habit der Prämonstratenser Chorherren ist weiß wie das Gewand der Engel, die die Auferstehung Gottes verkünden. Der 40m lange Gang, der zur Bibliothek führt, sollte renoviert und im gleichen Zuge um eine Funktion erweitert werden, nämlich sich des „Schnittes“ der Berufung des Prämonstratensers bewusst zu werden. Warum sollte heute ein junger Mann entscheiden, sein Leben Gott zu widmen und dies obendrein noch in einer Gemeinschaft, die 900 Jahre alt ist? Das Gestaltungskonzept des Ganges sieht vor, alle Wände komplett weiß und frei von Information zu belassen. Nach Betätigen einer Taste hinter der historischen Holztür wird der Raum dunkel und es erscheint nur am Ende des Tunnels ein strahlend helles Licht. Dieses Bild erzählen vielfach Menschen, die dem Tode nahe waren und dann doch wieder gesundet sind. Die inszenierte Raumerfahrung darf uns auf diesen Augenblick von unserem Tod vorbereiten. Sind wir vorbereitet oder überrascht? Ist es ein Heimkommen oder ein angstvolles Hinüberschreiten? Nach dieser einminütigen Erfahrung, die manchen jungen Menschen sehr lange erscheint, führt digital gesteuertes Licht durch den Gang.

Zunächst werden die ersten vier Türen erhellt, in deren Türblättern, in der Handschrift des Abtes gefräst, ausgewählte Zitate aus der Augustinus-Regel erkenntlich sind. Danach erhellt sich die Nische mit den weißen Habiten, und erst dann erkennt der Besucher doch Information. Im Boden eingelassen steht in Steinbuchstaben auf lateinisch, dass der Mensch durch seine Art zu leben und nicht durch sein Äußeres auffallen möge. Neben der Nische an der Wand erkennt man nun Logos von zeitgenössischen Bekleidungsfirmen unterschiedlicher Zielgruppen. Im Habit aber ist jeder Mensch gleich und dazu aufgerufen, aus der Beziehung zum auferstandenen Christus zu leben und bestmöglich dies auch auszustrahlen. Die Einkleidung ist die Entscheidung dazu, als Werkzeug Gottes im Dienst für den Nächsten und in der Gemeinschaft zölibatär zu leben. Es wird wieder dunkel und einige Meter weiter erstrahlen schwarz-weiß Fotos an die Wand projiziert: Szenen aus dem Alltag des Prämonstratenser-Lebens. Gleichzeitig ertönt Choralgesang. Der Lobpreis, der in der Chorkapelle gemeinsam angestimmt wird, möge bei den alltäglichen Arbeiten weiter erklingen. Es wird wieder dunkel und eine neue Nische auf der anderen Gangseite erhellt sich: Ein römischer Meilenstein, der in Schönberg im Wipptal gelagert war, dient hier zum Innehalten.  Ein Satz steht an der Wand „Welche Meilensteine hat dein Leben?“ Nach einer weiteren Stille erhellen sich langsam sieben vertikal positionierte Bildschirme in den Fensternischen. Hier wird nun anhand von sieben wichtigen Aspekten der Prämonstratenser vom zeitaktuellen Leben der Chorherren visuell berichtet. Diese sieben Aspekte sind wiederum in Steinbuchstaben im Eichenholzboden eingelassen: ORDO PRAEMONSTRATENIS / CONTEMPLATIO / COMMUNIO / STABILITAS LOCI / ACTIO / CARITAS / AETERNITAS. Am Ende geht das Licht im gesamten Gang langsam an und man darf, am Ziel angekommen, auf seinen Weg zurückblicken.

Virtuelle Tour

Über den Autor

Maximilian Markschläger im Jagdzimmer des Stiftes Wilten

Maximilian Markschläger

Maximilian ist im Jahr 2000 geboren und wuchs im Innsbrucker Stadtteil Pradl auf. Über 10 Jahre lang ministrierte er in der Pfarrkirche Pradl. Die Pfarre Pradl ist eine Stiftspfarrei, und so war Maximilian schon früh mit dem Stift Wilten vertraut.

Seit 2018 ist er ehrenamtlich für die Ministranten des Stiftes Wilten verantwortlich. Im Sommer 2020 wurde ihm die Verantwortung für den digitalen Bereich des Klosters übertragen. Seine Aufgabe ist es, die Spiritualität des Ordens der Prämonstratenser über die digitalen Medien zu verbreiten.

Produktionen von cinematischen Videos, die neue Homepage, Social Media und Kollaborationen im sozialen Bereich sind dabei seine Kernbereiche.

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