Sonntagsimpuls

Eine Möglichkeit zur Vertiefung bieten die "Gedanken zum Sonntag" mit Reflexionen und Texten zum jeweiligen Evangelium.

Johannes Hohenwarter

Eine Möglichkeit zur Vertiefung bieten die "Gedanken zum Sonntag" mit Reflexionen und Texten zum jeweiligen Evangelium.

18. Sonntag im Jkr. B

Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus.

Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierhergekommen? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird! Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.

Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. 

Sie sagten zu ihm: Welches Zeichen tust du denn, damit wir es sehen und dir glauben? Was für ein Werk tust du? Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen. Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben. 

Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot! 35 Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

Beim Betreten der Bahnhofshalle richtet sich der erste Blick auf die Anzeigetafel:
Wann und wo muss ich einsteigen?
Finde ich den richtigen Bahnsteig?

Unzählige alltägliche Momente sind geprägt vom Suchen.
Augustinus charakterisierte das Menschsein mit „Unruhe im Herzen“.
In uns wirkt ein unentwegtes Suchen, oft ohne das Ziel benennen zu können.

Nach der erstaunlichen Erfahrung der Sättigung der vielen durch Jesus suchen die Leute engagiert und unruhig nach Jesus.
Jesus geht auf ihr Suchen ein und gibt ihm einen neuen Stellenwert:
„Sucht nach der Speise, die für das ewige Leben bleibt!“

Mit „Suchen und fragen, hoffen und sehn…“ beginnt ein Lied.
Mögen wir in den vielen alltäglichen Suchbewegungen Spuren entdecken, die wie Brot nähren, „das vom Himmel herabkommt“. Denn im Suchen „öffnet sich bereits eine neue Wirklichkeit, Gott genannt“.

Einfach weiterdenken...

Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? 29 Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

„Leistung“ ist ein Siegel unseres Lebens: Damit bekommen wir Wertschätzung und erfahren Zugehörigkeit. Durch die Geschichte der Kirchen zieht sich wie ein unsichtbarer Strom die Versuchung, Gott mit Leistung, Verzicht und Askese beeindrucken zu wollen und so die Garantie auf ewiges Leben zu sichern. Jesus macht uns zugänglich, dass es nicht um Leistung geht, sondern um Beziehung: Uns auf die Beziehung mit Jesus einlassen, ihm vertrauen, so ereignet sich ewiges Leben.

Kenne ich die Versuchung, Gott durch religiöse Leistung beeindrucken zu müssen?
Wie lebe ich mein Verbunden-sein mit Jesus?

Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

Nochmals: Jesus will unser Suchen im Herzen und unseren Hunger und Durst nach Leben nicht „ab-speisen“. Er eröffnet uns die Möglichkeit, mit ihm glaubend und vertrauend in Beziehung zu treten. 

Welche Beziehungen „nähren mich“?
Ist für mich die Beziehung zu Jesus und seine zu mir „Brot des Lebens“?

meine sehnsucht
ruft beständig
und mein geist
sucht nach erfüllung
ziellos treibt er mich
von einem ort zum andern
wüste finde ich so oft
manchmal
werde ich ganz still
atme ich den duft des lebens
ganz im augenblick
darf alles werden
und erstaunt
erkenne ich
meine sehnsucht
ist gestillt
himmel ist
ich glaub
es kaum
petra unterberger

Über den Autor

Petra Unterberger

Petra Maria Unterberger

Dipl.PAss.in Petra Unterberger
Dekanatsassistentin Dekanat Wilten-Land
geistliche Assistentin der Katholischen Frauenbewegung der Diözese Innsbruck
Bibliologin
Lebens-und Sozialberaterin
geistl.Begleiterin
Erwachsenenbildnerin
systemische Beratung und systemisches Coaching
Fortbildung in Tanz- und Bewegungstherapie bei Ursel Burek

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