Wallfahrts kirchen

Besondere spirituelle Orte.

Wallfahrten in Tirol

Der Mensch braucht, um seine religiöse Überzeugung leben zu können, auch ausdrücklich Orte und Zeiten und eigene Zusammenkünfte. Die Kirchenbauten sind davon der eindrücklichste Beweis.

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Basilika Wilten

Die Wiltener Pfarrkirche zählt mit der bereits im 13. Jahrhundert urkundlich belegten, vermutlich durch die Prämonstratenser begründeten Marienverehrung und der sich daraus entwickelnden Wallfahrt zur Maria unter den vier Säulen zu den ältesten und bedeutendsten Wallfahrtsstätten Tirols.

Virtuelle Tour

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Die Wiltener Pfarrkirche, auf dem Gebiet des römischen Veldidena errichtet, bezeichnet mit ihrer Lage den ältesten Siedlungskern der Stadt Innsbruck. Bereits zur Zeit der römischen Besiedelung erhob sich an Stelle der bestehenden Kirche ein Vorgängerbau, der vermutlich als christliche Versammlungsstätte diente. Spätere Überlieferungen lassen darauf schließen, dass die Wiltener Pfarrkirche zu den Urkirchen des Inntals gehört. Die zu Beginn des 14. Jahrhunderts neu erbaute und mehrmals umgestaltete Kirche stellt die Mutterkirche Innsbrucks dar und blieb bis 1643 alleinige Pfarrkirche der Stadt.

Die bestehende Pfarrkirche wurde 1751 – 1755 durch den Priesterarchitekten Franz de Paula Penz als Neubau errichtet. An der bis Ende des 18. Jahrhunderts größtenteils neu geschaffenen Ausstattung waren namhafte Künstler beteiligt. Die Wiltener Pfarrkirche steht in ihrer architektonischen Gestaltung in der Tradition der Innsbrucker St. Jakobskirche, mit welcher der Typus der von Flachkuppeln gedeckten Saalkirche durch den aus Füssen stammenden Johann Jakob Herkommer vorgegeben wurde. In ihrer Raumauffassung hingegen, welche die Verschränkung der Bauteile vermeidet, gehört die von Franz de Paula Penz geschaffene Kirche der Tiroler Bautradition des Spätbarock an. Als deren Vertreter und wohl unter Mitwirkung des Joseph Stapf, der – als Architekt von seinem Füssener Umkreis beeinflusst – die Baupläne zeichnete, schuf Penz vor allem mit seinem bedeutendsten Werk, der Pfarrkirche in Wilten, einen Kirchentypus, der in der Folgezeit die Tiroler Kunstlandschaft prägte.

Geschichte der Basilika Wilten

Im Jahr 1311 wird die zwischen den vier Säulen aufgestellte Bildnuß Unsere Lieben Frauen erstmals urkundlich erwähnt. Über das Aussehen des damals überlieferten Gnadenbilds sind keine Nachrichten erhalten. Die heute im Hochaltar aufgestellte Sandsteinfigur – eine thronende Muttergottes mit Kind – ist stilistisch um 1330 anzusetzen.

Im 18. Jahrhundert war das Gnadenbild mit barocken Gewändern bekleidet, die dem jeweiligen Anlass entsprechend gewechselt wurden. Am 10. September 1893 wurde die Wiltener Muttergottes mit Genehmigung Papst Leos XIII. durch den Brixener Bischof Simon Aichner mit einem Zepter ausgestattet und mit einer neugotischen Krone gekrönt.

Gnadenbild

Das Votivbild in der Theresienkapelle auf der Südseite stellt Herzog Friedrich IV. von Österreich, Grafen von Tirol (mit der leeren Tasche) und seinen Gefährten Hans Wilhelm von Mülinen dar, beide durch die beigegebenen Wappen gekennzeichnet. Sie knien vor Maria, die als Schutzmantelmadonna ihren Mantel über den Herzog breitet, um die von Gottvater gesandten Pfeile abzuwenden. Im Hintergrund stehen der hl. Bartholomäus und der Erzengel Michael mit der Waage, die Maria zugunsten des Herzogs niederdrückt.

Votivbild

Der Beginn der Marienwallfahrt in Wilten, die im 13 Jahrhundert erstmals belegt werden kann, ist sicherlich im Zusammenhang mit der Niederlassung der Prämonstratenser in diesem Gebiet zu werten, denen die Marienverehrung als besondere Aufgabe galt. Zu jener Zeit hielten die Stiftskanoniker bereits regelmäßige Prozessionen vom Kloster in die Pfarrkirche ab.

Dass sich die Wallfahrt zur Maria unter den vier Säulen bereits früh etabliert hatte, bezeugte die Tatsache, dass das Gnadenbild nach dem Neubau der Kirche zu Beginn des 14. Jahrhunderts in seiner Platzierung wiederum von vier Säulen eingefasst wurde. In diesem Zusammenhang ist wohl die Ursprungslegende der Marienwallfahrt zu sehen, die besagt, dass christliche römische Soldaten aus der Legio fulminata an dem Ort, an welchem später die Pfarrkirche errichtet wurde, ein Marienbild unter vier Bäumen verehrt hatten. Nach ihrem Abzug soll das Bild vergraben und erst später von einem frommen Bauern namens Lorenz an der Stelle aufgefunden worden sein, an dem später die Kirche errichtet worden ist.

Am 22. Oktober 1955 wurde die Wiltener Kirche durch Bischof Paulus Rusch zur Pax-Christi-Kirche des Landes Tirol ernannt und am 8. Dezember 1957 durch Papst Pius XII. in den Rang einer päpstlichen Basilika erhoben. Papst Johannes Paul II. hat im Jahre 1988 die Basilika besucht und als besonderer Marienverehrer eine Andacht vor dem Gnadenbild „Unserer lieben Frau unter den vier Säulen“ gehalten.

Wallfahrtskirche
Basilika Wilten Reinisch Orgel
Papst Besuch Basilika Wilten
Basilika Wilten
Basilika Wilten

Basilika

Heiliger Blasius in Völs

Der Blasiusberg

Diese Kirche ist dem hl. Blasius geweiht, nach dem Volksglauben ist der Märtyrerbischof einer der Vierzehn Nothelfer. Der Blasiusberg mit seiner kleinen Wallfahrtskirche bildet seit Jahrhunderten das Wahrzeichen von Völs.

Cinematischer Einblick

In einer langen Glaubensgeschichte um den Hl. Blasius reiht sich auch der Blasiusberg von Völs ein, als das Dorf in einer Umbruchszeit zu einem Zentrum der Verehrung dieses Heiligen wurde. Eine vermutlich ältere Kapelle am Blasiusberg wird 1286 in einem Ablassbrief mit dem Blasiuspatrozinium erwähnt. Ablassbriefe wurden damals vornehmlich für Kirchenbauten ausgestellt, um die dazu nötigen Geldmittel aufzubringen.

Der Barock ist eine Zeit, in der die Verehrung des hl. Blasius einen erneuten Aufschwung nahm. Durch den starken Anstieg der Wallfahrten wird die Kirche neu gestaltet und im barocken Stil erweitert.

Aus der Tradition des Mittelalters entwickelte sich der St. Blasien Messen Bund. Die Mitglieder verbindet neben der Sorge um Erhaltung der Blasiuskirche vor allem auch die gemeinsame Glaubenshoffnung.

Tradition

Eines der wertvollsten und bedeutendsten Kunstdenkmäler der St. Blasiuskirche ist das sogenannte Schwarze Kreuz auf dem linken Seitenaltar. In früherer Zeit stand es zusammen mit den Statuen Maria und Johannes unweit der Gallwiese in einer gemauerten Kapelle an der Weggabelung Richtung Schloss Vellenberg, heute Axams, und Völs. Sie wurde im Volksmund Schwarze Kreuzkapelle genannt. Die geschichtliche Wahrheit ist, dass der einstige Pfleger von Schloss Vellenberg, Ritter Blasius Hölzl, dieses prächtige, vom Innsbrucker Hofbildhauer Leonhard Magd modellierte, Kruzifix 1522 vom berühmten Bildgießer Stefan Godl, der gerade an den Erzstandbildern des Grabmales Kaiser Maximilians arbeitete, für die Wegkapelle bei Völs anfertigen ließ.

Die Sage erzählt, Hölzl sei, nach Vellenberg reitend, in einen Gewittersturm geraten und habe die Orientierung verloren. Er gelobte, wenn er den rechten Weg wieder fände, wolle er aus Dankbarkeit an der Wegscheide Völs-Vellenberg ein Kruzifix im Gewicht von Reiter und Ross als Wegweiser aufrichten lassen. Tatsächlich hat das massiv gearbeitete Bronzekreuz ein Gewicht von rund 300 kg.

Das Schwarze Kreuz

Erzherzog Carl Ludwig stiftete das grüne Messkleid. Es ist aus Seidenstoff in weißer und grüner Farbe gefertigt und zudem mit echten Siberborten versehen.

Dieses Andenken ist besonders kostbar, da es aus dem Kleide der Erzherzogin Margaretha gefertigt wurde. Sie hatte große Verehrung zur Wallfahrtskirche. Rückwärts am unteren Rand erscheint auch das herzogliche Wappen.

Das Grüne Messkleid

Der Mensch war in früheren Jahrhunderten noch mehr als heute Naturkatastrophen und Krankheiten ausgeliefert. Es gab kaum ein Sozialnetz außer dem der eigenen Familie und in Klöstern. Krankheit, Hungersnot und Tod ließen den Menschen seine Zerbrechlichkeit erkennen. So stellte er sich unter den Schutz Gottes. Zum Dank für erhaltene Hilfe wurden Votivtafeln gespendet.

Auf ihnen ist meist das Ereignis abgebildet und die Schrift ex voto mit der Jahreszahl. Ex voto kommt aus dem Lateinischen und wird wegen eines Versprechens in der Wallfahrtskirche angebracht. Das versprochene Gelübde wird nach der Gebetserhörung eingehalten. Meist wurde die Votivtafel selbst zum Wallfahrtsort getragen, dort empfing man die Sakramente der Beichte und der Eucharistie.

Votivtafeln
Schwarze Kreuz auf Blasiusberg
Fresko in der Blasiuskirche
Schwarzes Kreuz
Grünes Messkleid

Blasius

Heiligwasser

Heiligwasser

Die Heiligwasserkirche war von Anfang an das Ziel zahlreicher Bittgänge der umliegenden Gemeinden. Diese Traditionen werden vor allem von den Stiftspfarreien noch heute weitergeführt. Aber auch viele  einzelne Pilger kamen. Davon zeugen die zahlreichen Votivtafeln.

Mehr Informationen

Im Jahr 1606 streiften die zwei Bauernburschen Johann und Paul Mayr aus Igls durch den Igler Wald, um ihre verlorenen Rinder zu suchen. Beim so genannten Butterbrünnlein erschien ihnen die Muttergottes. Sie sagte ihnen, wo das verlorene Vieh zu finden sei und äußerte gleichzeitig den Wunsch, dass man an der Stelle ihrer Erscheinung ihr zu Ehren ein Heiligtum errichte. Einer der beiden Männer – Johann Mayr – pilgerte jedes Jahr zu der heiligen Stätte. Einmal nahm er das taubstumme Kind seines Nachbarn mit, das dort plötzlich geheilt wurde. Da entschloss sich der Mann von seiner früheren Erscheinung zu erzählen und wandte sich an den Wiltener Abt Dominikus Löhr.

Legende von Heiligwasser

1802 wurden auf dem so genannten Heiligwasserweg, der von Igls zur Wallfahrtskirche führt, bildstockartige Kapellen zur Aufnahme von Darstellungen der Rosenkranzgeheimnisse errichtet. Fünf der heute noch bestehenden sieben Kapellen erhielten 1954 vom Maler Franz Krautgasser aus Innsbruck eine Ausschmückung mit Szenen aus der Kindheitsgeschichte Jesu, in welchen eine kräftige Konturierung der Figuren und eine starke Leuchtkraft der Farben vorherrschen.

Die sogenannte Schwellerkapelle an der Kreuzung des Heiligwasserweges mit der Römerstraße ist größer dimensioniert als die übrigen Bildstöcke und enthält ein großes Kruzifix aus dem beginnenden 19. Jahrhundert mit aus Holz ausgeschnittenen und bemalten Assistenzfiguren von Maria und Johannes.

Der Wallfahrtsweg

Das Äußere

Schon in der Fernsicht des Innsbrucker Raumes ragt weiß der Gebäudekomplex der Wallfahrtskirche Heiligwasser aus dem Waldesgrün. In der Nähe erweist sich das nach Osten gerichtete Gotteshaus aus einfacher Rechtecksbau.

Das Innere

Der helle, freundliche Raum eröffnet sich nach kurzem Vorjoch. Der zweijochige Altarraum wird von Wandpfeilern gegliedert.

Das Besondere 

In der südseitig angefügten Ottilienkapelle steht der aus der Annakapelle der Wiltener Stiftskirche stammende, zweisäulige, dunkle Marmoraltar von 1667.

Die Wallfahrtskirche

Seit dem Bau einer gemauerten Kirche gab es ein Mesnerhaus. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts entstand ein neues Haus, das bis heute als Gasthaus betrieben wird. Das Gastgewerbe in Heiligwasser ist alten Datums. Es dürfte seit dem Bau des ältesten Mesnerhauses möglich gewesen sein, dort eine kleine Stärkung zu erhalten.

Öffnungszeiten Gasthaus Heiligwasser:

Emilie Koll aus Patsch und Manuel Schwaiger aus Igls sind die Wirtsleute im Gasthaus Heiligwasser.

  • 10:00 – 22:00
    bei schönem Wetter
  • 10:00 – 18:00
    bei schlechtem Wetter
Gasthaus Heiligwasser
Heiligwasser
Heiligwasser
Heiligwasser
Heiligwasser

Hl. Wasser

Höttinger Bild

Höttinger Bild

Durch die landschaftlich schöne Lage am Fuße der Norkette oberhalb des Planötzenhofes zieht die Wallfahrtskapelle das ganze Jahr hindurch zu jeder Tageszeit Wanderer und Wallfahrer besonders aus der Stadt zu einer kurzen Einkehr oder einer besinnlichen Rast ein.

Mehr Informationen

Die Wallfahrtskapelle Mariä Heimsuchung gilt seit dem Ende des 17. Jahrhunderts als besonderer Zufluchtsort für Studenten in Prüfungsnöten. Über die Entstehung dieses Wallfahrtsortes erzählt die Legende folgendes: Ein frommer Student brachte ein Muttergottesbild an diesen einsamen Ort und brachte dort oft seine Anliegen der Gottesmutter vor. Besonders bat er um Hilfe bei seinen Studien, die ihm auch gewährt wurde. Darauf kamen auch andere Studenten und das Bild erhielt bald den Namen Maria, der Studenten Zuflucht.

Ursprung vom Höttinger Bild

Im Jahre 1774 baute man zu Ehren der Gottesmutter eine Kapelle, die aber schon im Jahre 1786 durch Kaiser Joseph II. gesperrt und zum Abbruch bestimmt wurde. Das Gnadenbild übertrug man damals in die Höttinger Pfarrkirche.

Die Kapelle wurde trotz der Anordnung zum Abbruch erhalten und bald nach dem Tod Kaiser Josephs II. restauriert und neu gestaltet. Im Jahre 1794 erhielt die Kappelle den Rokokostuck und das schöne Deckenfresko von Franz Altmutter. Auch der zierliche Barockaltar stammt aus dieser Zeit: Zwischen zwei gedrehten Säulen befindet sich das Gnadenbild in einem reich geschnitzten und vergoldeten Rahmen. Es stellt die Muttergottes mit Barockmantel und Krone und das Jesuskind mit Krone im Arm haltend dar.

Wallfahrtskapelle Höttinger Bild
Höttinger Bild
Höttinger Bild
Höttinger Bild
Höttinger Bild
Höttinger Bild
Höttinger Bild
Höttinger Bild
Höttinger Bild
Höttinger Bild

Hötting

Stift Wilten

Stiftskirche Wilten

Unternimm einen virtuellen Rundgang durch eine der schönsten barocken Kirchen Tirols. Die Stiftskirche Wilten wurde in den Jahren 2005 -2008 restauriert und erstrahlt seitdem in neuem Glanz.

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