Datum: Sonntag, 12. August 2018

Jos Wouters (58), bis Anfang 2018 Abt im flämischen Averbode, ist neuer Generalabt des Prämonstratenserordens. Das in der niederländischen Abtei Rolduc (Kerkrade) tagende Generalkapitel (22. Juli bis 4. August) wählte ihn zum Nachfolger von Thomas Handgrätinger (75), der den Orden seit 2003 als 64. Generalabt leitete. 

 

Wouters wuchs in Wommelgem der Provinz Antwerpen auf. 1978 trat er in die Abtei Averbode ein. Unter anderem studierte er Theologie und Kirchenrecht an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Später war er Professor für Kirchenrecht und Richter am Kirchengericht von Mechelen. Von 2006 bis 2018 war Wouters Abt von Averbode. 

Wir danken Generabt emeritus Thomas Handgrätinger herzlich für sein langjähriges, segensreiches Wirken für unseren Orden und wünschen dem neuen Generalabt Jos Wouters viel Kraft, Freude und Gottes Segen in seinem neuen Amt!

Der Generalabt des Prämonstratenserordens ist bis zum Erreichen seines 70. Lebensjahres - plus die Zeit bis zum nächsten Generalkapitel - gewählt. Das Generalkapitel findet alle sechs Jahre statt, daran nehmen alle Oberen der Häuser mit jeweils einem Deputierten teil.

Der neue Generalabt Jos Wouters mit Abt Raimund Schreier und D. Augustinus Kühne


Der Prämonstratenser-Orden wurde 1121 im französischen Premontre bei Laon vom heiligen Norbert von Xanten (1080/85-1134) ins Leben gerufen. Weil er sich bei seinen Mitbrüdern, den Stiftsherren an St. Viktor in Xanten, 1115 mit seinen Rufen zur geistlichen Umkehr nicht durchsetzen konnte, lebte er künftig ein Leben als asketischer Buß- und Wanderprediger. Im nordfranzösischen Premontre legte er den Grundstein für den schon bald größten Chorherrenorden. 

Norberts Idee war, dass Seelsorger wie die Apostel aus einer Gemeinschaft heraus wirken sollen. Die Spiritualität des Ordens verbindet drei Elemente: die Gemeinschaft der Priester, geistliches Ordensleben und engagierte Seelsorgetätigkeit. Zu den Hauptaufgaben der asketisch lebenden Prämonstratenser gehören Predigt, Unterricht und Pfarrseelsorge. 

Jede Prämonstratenserabtei ist mit ihren Filiationen unabhängig; die oberste Instanz des Ordens, das Generalkapitel, legt lediglich eine für alle Klöster verbindliche Rahmengesetzgebung fest. Durch Hussiten- und Türkenkriege und die Säkularisationen des 18. und 19. Jahrhunderts wurde der Orden fast völlig vernichtet. 

Heute ist er wieder weltweit mit etwa 1.300 männlichen und weiblichen Mitgliedern und rund 80 selbstständigen Klöstern vertreten, davon die Hälfte in Übersee. In Österreich gibt es drei Prämonstratenserstifte (Geras, Wilten, Aigen-Schlägl) sowie ein Priorat (Pfarre Gatterhölzl in Wien-Meidling).


120 Prämonstratenser besuchten Xanten, die Heimat ihres Ordensgründers Norbert von Xanten.

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